Verletzter Radfahrer aus Berlin sucht Helferin nach Unfall: Wo ist Britta?

Eine Unbekannte stand einem Marzahner nach einem Unfall in Friedrichshain bei, bis der Rettungswagen kam. Nun startet der Mann einen Aufruf.

Der Unfall geschah auf der Kreuzung Boxhagener Straße Ecke Mainzer Straße.
Der Unfall geschah auf der Kreuzung Boxhagener Straße Ecke Mainzer Straße.Morris Pudwell

Ein verunfallter Radfahrer aus Berlin sucht seine Helferin. Ein Fahrdienstleister hatte den Mann am Sonnabend angefahren. Der Rettungswagen soll frühestens 45 Minuten nach dem Unfall eingetroffen sein – in dieser Zeit stand eine Passantin dem Mann bei. Und verschwand danach.

Zu dem Unfall kam es am Abend, an der Kreuzung Boxhagener Straße Ecke Mainzer Straße. Stephan Deeken, der dabei verletzt wurde, schildert den Unfallhergang so: Er sei auf die Kreuzung zugefahren. Vor ihm habe ein Fahrdienstleister quer auf der Straße gestanden. Von der anderen Seite sei ein Radfahrer ohne Licht gekommen. 

In dem Moment, in dem er habe losfahren wollen, sei auch der Fahrdienstleister losgefahren und habe ihn gerammt. „Der Wagen hat mich am Fuß erwischt und mein Hinterrad touchiert“, sagt Deeken. Er habe gleich gemerkt, dass sein Schienbein gebrochen war. „Ich bin dann umgefallen und habe mein Bein festgehalten.“ Deeken wird noch im Krankenhaus versorgt. Das Bein muss operiert werden.

Verletzter Radfahrer: Rettungswagen musste aus Lichtenrade kommen

Als er am Boden lag, sei eine Frau gekommen, die sich neben ihn gekniet und andere Passanten vorbeimanövriert habe. Nach zehn bis 20 Minuten sei die Feuerwehr eingetroffen. „Nach gefühlten 45 Minuten bis zu einer Stunde“ erst sei der herbeigerufene Rettungswagen vor Ort gewesen. Es habe geheißen, dass dieser aus Lichtenrade anfahren musste. 

Deeken will sich nun bei der Frau bedanken, die ihm geholfen hat, bis er medizinisch versorgt werden konnte. Sie hat sich bei ihm mit dem Namen Britta vorgestellt. „Hat man ja nicht oft, dass mitten in Berlin jemand kommt“, sagt der 45-Jährige, der in Marzahn lebt. Mit seinem Aufruf will er auch Aufmerksamkeit für die langen Wartezeiten schaffen, die inzwischen aushalten muss, wer in Berlin einen Rettungswagen ruft. Er habe in seinem Fall auch bei den Polizisten und bei der Feuerwehr die Verzweiflung darüber gesehen, sagt Deeken.

Der Zustand der Berliner Feuerwehr gilt derzeit als kritisch. Manchmal kann sie gar keine Rettungswagen schicken. Es gibt zu wenig Personal, um das riesige Einsatzaufkommen zu bewältigen. 

Können Sie helfen? Bitte schreiben Sie uns an leserbriefe@berliner-zeitung.de!