Berlin-Rudow - An der Suche nach der vermissten Rebbecca Reusch aus Berlin-Rudow beteiligen sich auch zahlreiche Freunde und Bekannte des Mädchens. 

Am Dienstagnachmittag trafen sich am U-Bahnhof Rudow Rebeccas Schwester und etwa 70 Freunde und Bekannte, um die Umgebung nach Rebecca abzusuchen. „Lasst die Familie in Ihren schlimmsten Stunden nicht alleine, niemand darf in diesen Stunden alleine sein“, heißt es unter anderem in einem Aufruf auf Facebook.  Auf Twitter gibt es inzwischen auch den Hashtag #findbecci.

Seit acht Tagen verschwunden

Seit acht Tagen ist die 15-Jährige verschwunden. Verwandte und Freunde werden immer verzweifelter. Und die Polizei immer ratloser. Rebecca hatte in der Nacht zum vergangenen Montag bei ihrer älteren Schwester geschlafen. Dann soll sie das Haus am Maurerweg verlassen und sich auf den Weg zur Schule begeben haben. Dort kam sie nie an. 

Der örtliche Polizeiabschnitt, wo die Eltern am Montagabend Vermisstenanzeige stellten, behandelte diese zunächst wie viele Vermisstenfälle, in denen Jugendliche von zu Hause ausgebüxt sind.  Doch am Freitag übernahm die 3. Mordkommission. Weil das Mädchen als absolut zuverlässig gilt, schließt die Polizei nicht mehr aus, dass es Opfer eines Verbrechens wurde. Zudem soll die 15-Jährige, kurz bevor sie losging, von ihrem Handy eine Nachricht verschickt haben. Seitdem ist das Telefon aus.

„Wir sind jetzt mit dem großen Besteck dran“, heißt es bei der Polizei. Die Ermittler nahmen DNA von Rebeccas Zahnbürste, lasen den WLAN-Router im Haus der Schwester aus und erforschten Rebeccas Kommunikation auf den Social Media-Kanälen. Die Fahnder können Rebeccas Aufenthalt nicht über ihr Handy orten. Das geht nur, wenn das Gerät wenigstens kurz eingeschaltet wird.

Öffentliche Fahndung

Am Sonnabend begann die Polizei öffentlich mit einem Foto nach der Jugendlichen zu fahnden – wissend, dass so etwas auch irrtümliche Anrufe zur Folge hat von Menschen, die Rebecca irgendwo gesehen haben wollen. So meldete jemand auf Twitter, er habe sie in der U5 gesehen. Andere vermuten das Mädchen in Sachsen-Anhalt. Bis Dienstagnachmittag sind bei der Polizei 62 Hinweise eingegangen. „Wir arbeiten sie jetzt nacheinander ab“, sagte eine Polizeisprecherin. Eine heiße Spur ist offenbar nicht dabei.

Polizisten kamen auch mit Fährtenhunden, um die Spur des Mädchens aufzunehmen. Doch die verliert sich an der Straße Alt Buckow. Möglicherweise stieg Rebecca dort in einen Bus. Die Fahnder suchten nach Überwachungskameras an Häusern, an denen die 15-Jährige möglicherweise vorbei gelaufen ist, und in BVG-Bussen, in denen sie gefahren sein könnte. Beamte in Zivil befragten nicht nur Nachbarn und Freunde sondern auch an der Walter-Gropius-Schule Mitschüler und Lehrer - bislang ohne Ergebnis.