Neukölln - Die Suche nach der vermissten Rebecca R. aus Neukölln ist am Wochenende fortgesetzt worden. Am Sonntag gegen 9 Uhr trafen sich Anwohner, um gemeinsam nach dem 15 Jahre alten Mädchen erneut zu suchen. Sie fuhren durch Alt-Buckow. Bis zum Mittag blieb die Suche erfolglos.

Kurz darauf bedankte sich die Mutter des Mädchens, Birgit R. (52) , bei allen die die Familie in den vergangenen Tagen unterstützt und sich bei der Suche beteiligt haben . „Wir stehen voll hinter unserem Schwiegersohn“, so die Frau, die zusammen mit ihrer 23 Jahre alten Tochter Vivien und ihrem Mann Bernd am Sonntag in die Kirche ging, um an dem sonntäglichen Gottesdienst teilzunehmen. Außerdem bat die Frau um Verständnis: „Die Polizei hat uns gebeten, nichts mehr zu sagen.“

Indes postete eine Freundin von Rebeccas Schwester Vivien am Sonntag einen Aufruf ins Netz, in dem um Spenden gebeten wurde. Daraufhin teilte die Schwester mit, dass der Aufruf nicht von ihrer Familie stamme und bat, solche Aufrufe zu unterlassen und nicht zu spenden. Inzwischen ist der Aufruf gelöscht.

Ist ein ausgebranntes Auto eine Spur zu Rebecca?

Fünf Tage nach dem Verschwinden des Mädchens brannte in Britz in einer Kleingartenanlage an der Parchimer Allee ein Toyota aus. Ein Passant hatte gegen 20.30 Uhr Rauch und Flammen bemerkt. Er alarmierte Feuerwehr und Polizei. Das ungewöhnliche daran war, dass das Feuer offenbar am Heck ausgebrochen war. Der Wagen wurde zerstört. Ob es bei dem Feuer einen Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens gibt, ist unklar.

Ermittlern läuft die Zeit davon

Den Ermittlern der Mordkommission läuft die Zeit davon. Sie befürchten, dass der Fall „kalt“ wird. Das heißt, dass sich Zeugen nach einer gewissen Zeit nicht mehr detailgetreu erinnern können. „Da wird aus einer jungen blonden Frau ganz schnell eine ältere rothaarige Dame“, so ein Fahnder. Seit Freitagabend ist Rebeccas Schwager Florian R. (27) wieder auf freiem Fuß. Die Indizien für eine Untersuchungshaft wegen des Verdachts des Totschlags hatten dem Richter nicht ausgereicht.

Jetzt konzentrieren sich die Ermittler weiterhin auf die Suche nach der Schülerin. Am Sonnabend wurde erneut mit einem Hubschrauber nach der 15-Jährigen gesucht. Rebeccas Freunde und Bekannte stehen auch weiterhin eng beieinander. Die ältere Schwester Vivien (23) postete in den sozialen Netzwerken: „Becci ich liebe dich vom ganzen Herzen. Du fehlst uns so... Wir werden dich lebend finden.“ Die Hoffnung der Familie und Freunde darauf, dass das Mädchen noch lebt, ist groß. Der Hotel-Koch Florian R. ist trotz seiner Freilassung weiterhin tatverdächtig.

Er soll vom Richter die Auflage erhalten haben, die Stadt nicht zu verlassen und sich regelmäßig zu melden. Mordkommission und Staatsanwaltschaft haben wenig Hoffnung, das Mädchen lebend zu finden. „Wir gehen weiterhin von einem Tötungsdelikt aus“, sagte ein Polizeisprecher.

Sicherheitsexperten üben Kritik an Ermittlern: „Die vorläufige Festnahme hätte früher geschehen sollen, nicht erst nach elf Tagen“

Am Sonnabend wurden Vorwürfe laut, nach denen die Ermittler der Mordkommission den Tatverdächtigen zu spät festgenommen haben. „Die vorläufige Festnahme hätte früher geschehen sollen, nicht erst nach elf Tagen“, sagten Sicherheitsexperten. Auch die Durchsuchungen seien zu spät angeordnet worden. Das sei unüblich. Ermittler wiesen die Kritik zurück.

Einen Durchsuchungsbeschluss sei erst am Freitag von einem Richter unterschrieben worden, hieß es. Rebecca verschwand bereits am 18. Februar. Sie hatte im Haus ihrer Schwester und von deren Mann Florian übernachtet. Gegen 9.50 Uhr sollte sie in ihrer Schule erscheinen. Dort kam sie nicht an. Die Familie hatte sich nach der Freilassung von Florian R. erleichtert gezeigt. Sie sei von der Unschuld ihres Mannes überzeugt, sagte Rebeccas Schwester Jessica (27). Die Polizei nicht.