Drei Monate nach dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus Berlin sucht die Polizei weiter nach der Leiche und dem Täter. Es habe sich nichts geändert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 2300 Hinweise aus der Bevölkerung seien eingegangen und würden ausgewertet. Der Schwager von Rebecca stehe weiterhin im Verdacht, die 15-Jährige getötet zu haben.

Die Polizei teilte mit, dass die 3. Mordkommission an dem Fall dran sei. „Zur Bewältigung des hohen Hinweiseinganges erfolgt hierbei die Unterstützung durch die 5. Mordkommission.“ Allerdings seien die „strukturierten Suchmaßnahmen“, also das Absuchen von Waldstücken und Seen im April „vorläufig abgeschlossen“ worden. Bei Eingang neuer erfolgversprechender Hinweise würde die Suche vor Ort „umgehend wieder aufgenommen“.

Polizei Berlin: Laut seiner Handydaten hat Rebeccas Schwager nicht geschlafen

Am 18. Februar verschwand die Jugendliche aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Berlin-Britz, einem Stadtteil im Bezirk Neukölln. Die Kriminalpolizei hält mehrere Indizien gegen den Schwager für ausschlaggebend. Er sei an dem Vormittag allein mit Rebecca im Haus gewesen, habe laut seiner Handydaten nicht geschlafen, wie er behauptet habe, und könne seine beiden Fahrten an dem Vormittag und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären. So teilte es die Mordkommission mit. Rebeccas Familie beteuerte immer wieder in Interviews die Unschuld des Schwagers.

Trotz der wochenlangen aufwendigen Suche in Wäldern und an Seen im Osten Brandenburgs konnte die Polizei die Leiche von Rebecca nicht finden. Zwischenzeitlich kümmerten sich im Landeskriminalamt mehr als 30 Leute um den Fall. Ohne Leiche und entsprechende Spuren sind die Ermittlungen sehr schwierig. Bei den Ermittlern heißt es aber, solche Fälle könnten auch nach Jahren noch gelöst werden, wenn Hinweise oder Spuren auftauchten. Endgültig geschlossen werden die Akten nicht. Die Polizei geht von einem Mordfall aus - und Mord verjährt nicht. (dpa)