Berlin-Neukölln - Im Vermisstenfall Rebecca sind bis Montagmittag 41 Hinweise eingegangen. Das 15 Jahre alte Mädchen ist seit dem 18. Februar spurlos verschwunden. Mittlerweile hat eine Mordkommission den Fall übernommen. „Wir schließen nicht aus, dass die Schülerin einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist“, begründete eine Polizeisprecherin den Umstand, dass nun Mordermittler tätig sind. Auch am Montag suchten Polizisten nach dem Mädchen aus Britz.

Sie hatte sich zuletzt bei ihrer 27 Jahre alten Schwester in deren Wohnung am Mauerweg in Britz aufgehalten. Die Jugendliche hatte mit Einverständnis ihrer Eltern bei ihr übernachtet und wollte von dort aus zur Schule gehen. Sie besuchte die Walter-Gropius-Schule in der Fritz-Erler-Allee. Dort kam sie an jenem Montag nicht an.

Die Ermittler sind gegenwärtig dabei, den 41 Hinweisen nachzugehen. So wurden auch am Montag Mitschüler des Mädchens befragt. Ergebnisse teilte die Polizei am Montag nicht mit. Ein erster Einsatz mit Fährtenhunden blieb erfolglos.

Vater Bernd R.: „Wir sind uns sicher, dass sie nicht weggelaufen ist“

Die Jugendliche hatte sich am vergangenen Montag zwischen 6 und 8 Uhr in der Wohnung ihrer 27-jährigen Schwester im Mauerweg in Britz aufgehalten. Ermittler haben den Wlan-Router ausgelesen und festgestellt, dass sie in dieser Zeit Nachrichten per WhatsApp schrieb. Unklar sei, mit wem und was sie kommunizierte, so die Polizei. Um 9.50 Uhr hätte ihr Unterricht in der Walter-Gropius-Schule an der Fritz-Erler-Allee begonnen. Dort kam sie jedoch nie an. Ihre Wechselwäsche und Zahnbürste ließ sie in der Wohnung ihrer Schwester zurück. Sie nahm nur den roten Rucksack der Marke Vans mit.

„Wir sind uns sicher, dass sie nicht weggelaufen ist“, sagte Rebeccas Vater Bernd R.h der Berliner Zeitung. Die Schülerin aus der zehnten Klasse sei zuverlässig und habe sich immer telefonisch abgemeldet, wenn sie später kam, versichern ihre Eltern und beide Schwestern. Außerdem wollte sie Montag nach der Schule unbedingt ihr Zimmer mit Fotos neu gestalten. Darauf habe sie sich gefreut, so der Vater.

Familie bittet alle Berliner, in Kleingartenanlagen und Lauben nachzusehen

Einen festen Freund habe sie nicht, glaubt ihre Familie. Ungewöhnlich sei aber, dass sie eine Decke mit zur Schule nahm. „Wir vermuten, dass sie sich mit jemanden treffen wollte“, sagte ihr Vater. Der Fliesenlegermeister gab an, gehört zu haben, dass Rebecca in der Schule Streit hatte. Die Polizei befragte daraufhin Mitschüler, da es Hinweise auf Mobbing gab, so der 45-Jährige.

Die Eltern baten am Wochenende die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach ihrer Tochter. Anwohner wurden gebeten, in leerstehenden Gebäuden, Kleingartenanlagen oder Kellern nachzuschauen, ob dort Rebecca gewaltsam festgehalten wird. 

Laut aktueller Polizeistatistik von 2017 wurden in der Hauptstadt 1442 Kinder, 4544 Jugendliche und 4896 Erwachsene als vermisst gemeldet. (ls/mit dpa)