Ein pinker Renault Twingo wird im Fall der seit über zwei Wochen vermissten Rebecca immer bedeutender für die Mordermittler. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch via Twitter mitteilte, wurde das Familienauto, welches sich Rebeccas Schwester und ihr verdächtiger Lebensgefährte teilen, am Morgen von Rebeccas Verschwinden um 10.47 Uhr auf der A12 in Brandenburg festgestellt. Das Automatische Kennzeichenerfassungssystem (KESY) der Brandenburger Polizei habe das Fahrzeug auf der Autobahn in Richtung Frankfurt/Oder erfasst, hieß es. Noch einmal sei der Wagen dann am darauffolgenden Tag (Dienstag, 19.2.2019) um 22.39 Uhr dort festgestellt worden. Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte zu diesen Zeiten ausschließlich Rebeccas Schwager Zugriff auf das Auto, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft.

Das KESY wird in Brandenburg seit 2010 genutzt. Das System erhebt unter anderem Daten zur Gefahrenabwehr und, um zur Fahndung ausgeschriebene Fahrzeuge zu erkennen. Nach Informationen der Berliner Zeitung ist der Renault kurz hinter dem Dreieck Spreeau an der Abfahrt Friedersdorf erfasst worden. Die Stelle ist etwa 35 Minuten von dem Britzer Wohnhaus des Verdächtigen entfernt. Da das an der Autobahnbrücke installierte Gerät Fahrzeuge ausschließlich von hinten erfasst, sei bisher nicht eindeutig klar, wer an den beiden Tagen am Steuer saß, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Zuvor hatten Kriminaltechniker Haare von Rebecca sowie Fasern einer verschwundenen Fleece-Decke im Kofferraum des Familienautos sichergestellt

Zeugen gesucht - Wer kennt das Auto von Rebeccas Schwager oder die Fleecedecke?

In diesem Zusammenhang haben die Ermittler der 3. Mordkommission mit Veröffentlichung von Fotos des Autos, der fehlenden Fleecedecke und des Tatverdächtigen die folgenden Fragen und bitten die Bevölkerung um Mithilfe:

Hinweise nimmt die 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt, Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030) 4664-911333 oder per E-Mail (lka113-hinweis@polizei.berlin.de) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Florian R., der Schwager der noch immer verschwundenen 15-Jährigen, wurde am Montag zum zweiten Mal festgenommen. Mittlerweile sitzt er nach Erlass eines Haftbefehls hinter Gittern. Hier wird er von den Ermittlern der dritten Mordkommission in die Mangel genommen.

Doch obwohl vieles für die Schuld des Mannes im Zusammenhang mit Rebeccas Verschwinden spricht, ist noch immer nicht klar, was genau mit der Schülerin geschah. Denn Florian R. schweigt eisern. 

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten ihn weiterhin für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“ Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“