Der Fall der vermissten 15-jährigen Rebecca aus Rudow war am Mittwochabend Thema bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst” (20.15 Uhr). Von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen seien daraufhin rund 150 neue Hinweise bei der zuständigen Berliner Mordkommission eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. Insgesamt gebe es bereits 544 Hinweise zu diesem Fall. „Die werden jetzt alle abgearbeitet. Das wird eine Zeit lang dauern."

Der aktuelle Ermittlungsstand der Berliner Behörden im Fall Rebecca wurde Mittwoch im ZDF-Studio besprochen. Die Schülerin wird seit über zwei Wochen vermisst. Der Leiter der ermittelnden Mordkommission, Michael Hoffmann, begründete, warum die Polizei Florian R., den Schwager des Mädchens, für tatverdächtig hält.

Man gehe von einem Tötungsdelikt aus. Hoffmann sagte weiter: „Wenn wir die allgemeinen Ermittlungen übereinanderlegen, hierbei auch das Telefonverhalten von Rebecca beachten, und die Auswertung der Routerdaten aus dem Haus des Schwagers, kommen wir zu dem Schluss, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht verlassen haben dürfte. Wenn wir dies voraussetzen, dann war der Schwager mit ihr allein zur fraglichen Tatzeit in diesem Haus.“ Hoffmann gab zudem Auskunft über die Rolle des Familienautos bei den Ermittlungen, das sich Rebeccas Schwester und ihr Lebensgefährte teilen.

Hoffmann fügte außerdem den bisher bekannten Kleidungsstücken von Rebecca zwei Gegenstände hinzu, die die Schülerin mit sich tragen könnte. Wer diese Gegenstände beispielsweise in einem Wald finde, solle sich umgehend bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle melden:

Die Polizei hatte am Montagabend den Schwager des Mädchens, Florian R., verhaftet. Es ist bisher unklar, was genau mit der 15-Jährigen geschah. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft und hat sich bislang nicht geäußert. Er schweige nach wie vor, sagte Hoffmann. 

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten Florian R. weiterhin für unschuldig. Rebeccas Vater sagte dem Sender RTL: „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf.“ Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becci finden.“

Ein Auto könnte im Fall Rebecca entscheidend werden

Zuvor hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft am Mittwochmittag via Twitter mitgeteilt, dass der von Schwager und Schwester genutzte Renault Twingo am Morgen von Rebeccas Verschwinden um 10.47 Uhr auf der A12 in Brandenburg mit Hilfe des automatischen Kennzeichenerfassungssystem (KESY) der Polizei festgestellt worden war. In diesem Auto fanden Ermittler Haare der 15-Jährigen im Kofferraum. 

Polizei sucht weiter im Fall Rebecca nach Zeugen

Die zuständige Mordkommission fragt weiter: „Wer hat das Auto des Tatverdächtigen am Vormittag des 18. Februar 2019 und/oder in den Nachtstunden vom 19. zum 20. Februar gesehen? Wer kann Angaben zu Aufenthaltsorten des Tatverdächtigen zu diesen Zeiten machen?” (mit schep)

Hinweise nimmt die 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt, Keithstraße 30 in 10787 Berlin unter folgender Rufnummer (030) 4664-911333 oder per E-Mail (lka113-hinweis@polizei.berlin.de) oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.