Der Fund eines Kleidungsstückes hat die Polizei bei der Suche nach der 15-jährigen Rebecca Reusch offenbar auf eine heiße Spur gebracht.

In einer Grünanlage an der Johannisthaler Chaussee hatten die Beamten am Mittwochnachmittag nach Informationen der Berliner Zeitung ein hellgraues Oberteil sichergestellt. Ein ziviler Einsatzwagen brachte das Kleidungsstück in die Kriminaltechnik des Landeskriminalamtes. Dort wird der Stoff auf DNA-Spuren von Rebecca und ihres möglichen Entführers untersucht.

Bestätigen wollte die Polizei die Sicherstellung des Kleidungsstückes auf Anfrage nicht. Dies sei Täterwissen, hieß es aus dem Polizeipräsidium.

Das bedeutet: Die Polizei geht offenbar davon aus, dass das Mädchen Opfer eines Verbrechens wurde. Der jetzige Fund ist möglicherweise die erste brauchbare Spur zu dem möglichen Täter.

120 Hinweise gingen bei der Polizei ein

Bis Donnerstagmittag waren bei der Polizei knapp 120 Hinweise eingegangen. Sie sollen schnellstmöglich abgearbeitet werden, hieß es.

Nachdem Angehörige und Freunde von Rebecca zweimal selbst losgezogen waren, um nach der Vermissten zu suchen, hat die Polizei die Absuche nach der 15-Jährigen am Mittwoch intensiviert. Beamte einer Einsatzhundertschaft hatten rund um den Maurerweg und den Gropius Passagen nach Spuren gesucht - und wurden fündig.

Polizisten hatten zudem mit Bolzenschneidern Altkleidercontainer geöffnet. Sie durchwühlten Sachen und suchten nach Kleidungsstücken, die Rebecca am Morgen ihres Verschwindens trug. Zudem war ein Hubschrauber der Bundespolizei nahe des Britzer Gartens in die Luft gestiegen. Aus dem Helikopter heraus wurde nach möglichen Verstecken gesucht. Beamte setzten eine Spezialkamera mit hochaufgelösten Fotos ein. Die Bilder werden nun ausgewertet.

Bei der Schwester übernachtet

Der Schwager von Rebecca, der von der Polizei zweimal vernommen wurde, beteuerte gegenüber der Berliner Zeitung: „Ich habe nichts damit zu tun.“ Der Mann gab an, am 18. Februar gegen 7.15 Uhr in das Zimmer der 15-Jährigen geschaut zu haben. Zu diesem Zeitpunkt soll Rebecca das Haus am Maurerweg in Britz bereits verlassen haben, so der Schwager.

Die Schülerin der Neuköllner Walter-Gropius-Schule hatte in Absprache mit ihren Eltern bei ihrer Schwester (27) und ihrem Partner übernachtet. Die Anschuldigungen gegen den Schwager habe die Familie zusätzlich belastet, sagt eine Angehörige. Denn Rebeccas Familie hält ihn weiterhin für unschuldig. (BLZ)