Berlin - Im Fall der verschwundenen Rebecca gibt es möglicherweise eine neue Spur. Offenbar hat sie vor einiger Zeit eine Internetbekanntschaft gemacht. In einem Interview mit der Zeitschrift Bunte sagt Brigitte Reusch, die Mutter der 15-Jährigen: „Es gab da wohl tatsächlich jemanden. Einen Max oder Maxi. Das hatte sie mir im Januar erzählt.“ 

Allerdings habe sie ihrer Tochter gesagt, dass sie „ihn auf keinen Fall allein treffen dürfe. Entweder in Begleitung ihrer Freundinnen oder ich würde mich im Hintergrund aufhalten", zitiert das Blatt die Mutter.

„Vielleicht hat sie sich mit dem Jungen getroffen"

Nachdem Rebecca am 18. Februar nicht nach Hause gekommen sei, habe sie gedacht: „Vielleicht hat sie diesen Jungen getroffen und die Decke mitgenommen, um sich draufzusetzen. Ich hatte ihr beigebracht, sich nie einfach so auf den Boden zu setzen, damit sie keine Blasenentzündung bekommt.“

Zudem bekräftigt Brigitte Reusch in dem Interview, dass die gesamte Familie den in Untersuchungshaft sitzenden Florian R. nach wie vor für unschuldig hält. „Er würde uns niemals Leid zufügen. Solange wir nicht hundertprozentig wissen, dass Florian etwas mit Beccis Verschwinden zu tun hat, gilt für uns die Unschuldsvermutung. Das nennt man Familie“, wird die Mutter von der Bunte zitiert.

Suche in Waldgebiet bei Storkow geht weiter

Unterdessen ging die Suche in dem Waldgebiet bei Storkow weiter. Am Dienstagabend hatte die Polizei die am Wochenende unterbrochenen Suche in einem Waldgebiet bei Storkow wieder aufgenommen.

Anders als zuvor waren am Dienstag auch die Ermittler der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) in weißen Ganzkörperanzügen vor Ort. Zunächst wurde dies als Hinweis auf einen möglichen Leichenfund gewertet. Allerdings wurde das später von der Polizei dementiert.

Am Mittwoch waren neben sechs Mitarbeitern der Mordkommission sowie einem Hundeführer auch 14 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) aus Steglitz-Zehlendorf an der Suche beteiligt. Sie sind spezialisiert auf die Ortung von verschütteten und eingeschlossenen Menschen sowie auf das Finden von vermissten Personen.

Suche nach Rebecca mit Bioradargerät und Ortungssystem

Dafür benutzen sie ein Bioradargerät mit dessen Hilfe langsame Bewegungen festgestellt werden können, etwa durch Atmung oder Herzschlag von Verschütteten oder versteckten Personen. Außerdem sind sie mit einem elektronisch-akustischem Ortungssystem und spezieller Videotechnik unterwegs, die Wärmebildkameras ähnelt. Am Mittwochabend wurde die Suche erneut bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen.

Bereits am Dienstag hatte die Polizei an einer Stelle verdächtige Reifenspuren entdeckt. Die Spurensicherer fotografierten die fragliche Stelle und fertigten auch einen Gipsabdruck an, hieß es.

Sollten die Reifenspuren zu dem Renault Twingo von Rebeccas Schwager Florian R. passen, wird dieser möglicherweise erneut sichergestellt und ein weiteres Mal akribisch auf Spuren untersucht. Am Mittwoch stand der himbeerfarbene Wagen zunächst noch vor dem Haus von Rebeccas Familie.