Trotz Dunkelheit hat die Berliner Polizei auch am Dienstagabend in einem Brandenburger Wald nach der seit  23 Tagen vermissten Rebecca Reusch gesucht. Dieses Mal waren auch Mitarbeiter der Spurensicherung der Kriminaltechnik in dem Waldstück bei Rieplos, nördlich von Storkow, zugange. Am Abend, gegen 21 Uhr, wurde die Suche nach Rebecca vorläufig beendet.

Ob ein Gegenstand mit Spuren der vermissten 15-Jährigen gefunden wurde, wollte die Polizei nicht mitteilen. Es sei aber bisher keine Leiche gefunden worden, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung am frühen Abend. Die B.Z. berichtete am Abend, dass die Spurensicherer Gipsabdrücke von Reifenspuren genommen hätten.

An der Suche nahmen Beamte der Mordkommission und Polizisten mit Spürhunden teil. Auch das Technische Hilfswerk (THW) wurde hinzugezogen. Zwölf Angehörige waren am Nachmittag mit Spezialtechnik im Einsatz, offenbar mit Ortungsgeräten. Die Polizei dementierte, dass sie mit Booten auf dem Wolziger See nach Rebecca suche.

Suchaktionen wurden abgebrochen, wenn es dunkel wurde - diesmal war es anders

In der ausgedehnten Waldgegend hatten Berliner Polizisten bereits in der vergangenen Woche drei Mal vergeblich nach der Vermissten gesucht. Die Suchaktionen waren allerdings stets abgebrochen worden, wenn es dunkel wurde. Über die Gründe, warum dieses Mal auch im Dunkeln weitergesucht wurde, machte die Polizei keine Angaben.

Am Wochenende hatte die Polizei die Suche eigentlich für beendet erklärt. Nach Angaben der Polizeisprecherin gehen die Beamten immer noch dem selben Hinweis eines Zeugen nach, weshalb auch schon die anderen Male in dem Wald gesucht wurde. Ein Zeuge will den himbeerroten Renault des tatverdächtigen Schwagers am Tag von Rebeccas Verschwinden in der Gegend gesehen haben.

Die 15-Jährige Rebecca aus dem Neuköllner Ortsteil Britz  wird seit dem 18. Februar vermisst. Die Mordkommission geht inzwischen von einem Tötungsdelikt aus. Sie verdächtigt den 27-jährigen Schwager, das Mädchen umgebracht und die Leiche aus dem Einfamilienhaus in Neukölln geschafft zu haben. Der Schwager sitzt seit der vergangenen Woche in Untersuchungshaft.

Der Renault des Schwagers war am Vormittag jenes Tages und auch am Tag danach von einer Kennzeichen-Erfassungskamera auf der Autobahn A 12 erfasst worden. Zu Rebecca sind inzwischen 1200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Eine heiße Spur ist offenbar nicht dabei.