Berlin - Nachdem die Polizei am Wochenende die Suche nach Rebecca eingestellt hatte, ging es am Montag weiter. Seit 10 Uhr morgens durchkämmten dutzende Beamte bis zum Abend vergeblich die Ufer am Herzberger See und angrenzende Waldgebiete.

Mit einem Boot und Echolot suchte die Polizei den See ab. Auch ein Taucher war am Ufer und im Wasser zu sehen. Eine Polizeisprecherin bestätigte nur, das dort Kriminalpolizisten mit Spürhunden und Unterstützung vom Technischen Hilfswerk (THW) unterwegs seien. 

Polizei sperrte Zugang zum Herzberger See ab

Die Polizei hatte den Zugang zum See zum Teil abgesperrt. Der Herzberger See liegt östlich des Scharmützelsees. Die Gegend im Landkreis Oder-Spree befindet sich etwa 20 bis 25 Kilometer von der Autobahnbrücke entfernt, an dem das Kennzeichenerfassungssystem der Brandenburger Polizei den Renault Twingo des verdächtigen Schwagers von Rebecca erfasst wurde.

Nach Angaben der Polizei fuhr Florian R. (27) am Montag, den 18. Februar 2019 - also am Tag des Verschwindens von Rebecca - um 10.47 Uhr auf der Bundesautobahn 12 von Berlin in Richtung Frankfurt/Oder. Das Auto wurde zudem am darauf folgenden Tag um 22.39 Uhr gefilmt. "Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte zu diesen Zeiten allein der 27-jährige Schwager Zugriff auf diesen Pkw", erklärt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Rebeccas Schwager bleibt verdächtig

Der 27-jährige Koch war am vergangenen Freitag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Grund dafür seien Zweifel eines Ermittlungsrichters am dringenden Tatverdacht des Totschlags, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Florian R. steht aber weiterhin unter Verdacht. 

Um weiter Druck auf den Verdächtigen auszuüben, hatte die Polizei bis Montag Fotos von Florian R. und seinem Auto auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Ein Polizeisprecher: "Da derzeit keine weiteren Erfolgsaussichten durch die Öffentlichkeitsfahndung bestehen, werden die Bilder des Tatverdächtigen und dessen Fahrzeugs gelöscht."

Ehemaliger Schulkamerad sucht bei Hennigsdorf

In den vergangenen Wochen hatte die Polizei aufwendig Wälder, Straßen und einen See in Brandenburg mit zahlreichen Einsatzkräften, Booten und Spürhunden abgesucht. Gefunden wurde nichts.

Am Sonntagnachmittag startete Justin G., der seinen Nachnamen nicht in Medien lesen möchte, nördlich von Berlin eine private Suchaktion nach Rebecca in einem Waldgebiet von Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel). Der Ort ist über 60 Kilometer von den bisherigen Stellen entfernt, an denen die Polizei gesucht hatte. Den Tipp habe der 18-Jährige von Rebeccas Schwester erhalten. Er sei ein ehemaliger Schulkamerad der Vermissten, habe aber selbst seit rund einem Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt. Seinem Aufruf zur Suche waren rund ein Dutzend Menschen gefolgt. Gefunden wurde nichts.