Verschobene Eröffnung: Mieter am BER reichen Klage ein

Dem Projekt BER drohen weitere Risiken in Millionenhöhe. Einzelhändler und andere Unternehmer, die sich auf die pünktliche Eröffnung verlassen hatten, klagen gegen die Flughafengesellschaft FBB.

Drei Verfahren gibt es bereits, sagte Rechtsanwalt Oliver Klein von der Kanzlei Klein & von Stahl in Karlsruhe am Montag. Drei weitere werden folgen. Zwei stammen aus dem Einzelhandel – eine Klägerin ist die Modedesignerin Evelin Brandt. Der dritte Kläger ist der Busunternehmer Karsten Schulze (Haru Reisen). „Ob es drei, vier, 30 oder 40 sein werden: Ich rechne fest mit weiteren Klagen“, schätzte Anwalt Klein ein.

Viele hofften auf Kompensationen

Einzelhändler und Gastronomen hätten allerdings nur noch bis 31. Dezember Zeit, um vors Landgericht zu ziehen und verlorene Kosten sowie entgangene Gewinne einzuklagen. Ansprüche aus Mietverhältnissen verjähren am Ende des dritten Jahres, nachdem der Mangel bekannt geworden ist. Im Mai 2012 wurde bekannt, dass die Eröffnung des BER verschoben werden muss.

Bislang war kein BER-Mieter gegen den Flughafen vor Gericht gezogen. Viele hofften auf Kompensationen, seien aber nun enttäuscht von den Angeboten, sagte Klein. Ralf Kunkel von der FBB: „Wir sehen den Verfahren gelassen entgegen.“