Der Reinickendorfer Kommunalpolitiker Werner Doblies (79) ist während einer Urlaubsreise in Vietnam zwischenzeitlich im Urwald verschollen und löste damit einen großangelegten Notfalleinsatz der örtlichen Behörden aus.

Am frühen Vormittag des 16. November besuchten Doblies und seine Ehefrau die Insel Cát Bà, die größte in der weltberühmten Halong-Bucht. Neben seltenen und vom Aussterben bedrohten Tierarten wie dem Goldkopflangur – ein Primat, von dem es nach Schätzungen nur noch 60 erwachsene Exemplare gibt – leben auf der Insel und in den angrenzenden Gewässern auch tödliche Reptilien wie Seeschlangen oder Pythons. Inmitten dieser archaisch anmutenden Dschungelhölle geht der 79-jährige Doblies plötzlich verloren.

Entkräftet aber unverletzt

„Er sagte, er sei so begeistert von der Natur gewesen, dass er weder auf den Weg noch auf Sichtkontakt zu seiner Familie geachtet habe“, so ein Sprecher der vietnamesischen Behörden. Als seine Frau das Verschwinden bemerkt habe, habe sie Parkleitung und Polizei alarmiert.

Die Behörden starteten eine Suchaktion. Nach mehreren Stunden hätten ihn zwei Beamte „zum Glück doch noch entdeckt“, so der Sprecher. Der völlig entkräftete, aber unverletzte Mann sei zunächst in ein Krankenhaus gebracht worden, das er aber bereits nach kurzer Zeit wieder habe verlassen können. Wenige Tage nach seiner Rettung bedankte sich Doblies bei einem offiziellen Termin bei seinen Rettern der Polizei vom örtlichen Revier.

Zuletzt war der pensionierte Lehrer als Direktkandidat der Linken bei der Bundestagswahl im September einem Reinickendorfer Wahlkreis angetreten.