Berlin - Seit sechs Wochen gibt es kein Lebenszeichen der verschwundenen Rebecca. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus, musste den Verdächtigen aber wieder gehenlassen. Die Familie des Mädchens ist mittlerweile völlig  verzweifelt. Jetzt hat sich erneut Hellseher Michael Schneider gemeldet. In einem Brief (liegt der Berliner Zeitung vor) an Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik fordert der Mann jetzt, Leichenspürhunde nach Briesen (Landkreis Landkreis Oder-Spree) zu schicken. Schneider ist sich nahezu sicher: Hier liegt Rebecca.

"Nachdem nun sechs Wochen seit dem Verschwinden von Rebecca Reusch vergangen sind", schreibt Schneider, möchte er Polizei und Staatsanwaltschaft "höflich bitten, meinem per Mail übermittelten Hinweis auf den Ort Briesen als Ablageort für Rebecca's Leichnam nachzugehen". Dazu schickt Schneider GPS-Koordinaten zu einer Stelle nördlich des Ortszentrums Briesen. Er ist sich sicher, dass die Ermittler hier etwas finden. Wie kommt der Mann darauf?

Neuer Zeuge will Twingo gesehen haben

Zum einen habe er eine übersinnliche Eingebung gehabt. Als der gelernte Journalist aufgrund dieser Eingebung auf eigene Faust telefonisch in und um Briesen recherchierte, fand er zudem einen Augenzeugen. Dieser, bestätigt der Hellseher gegenüber der Berliner Zeitung, habe nach eigenen Angaben "einen pinken Twingo mit einem Berliner Kennzeichen und einen dunkelhaarigen Mann mit Basecap am Steuer am 18.02.19 mittags in Briesen gesehen". Also an dem Tag, an dem Rebecca verschwand.

Tatsächlich galt der Twingo, mit dem der nach wie vor tatverdächtige Schwager von Rebecca am Tag ihres Verschwindens unterwegs war, in Ermittlerkreisen lange als heißeste Spur der Mordkommission. Nachdem er von einem automatischen Kennzeichenerfassungssystem der Brandenburger Polizei in der Nähe von Storkow erfasst worden war, wurde ein angrenzendes Waldgebiet tagelang von Einsatzhundertschaften mit Mantrailern und Leichenspürhunden durchsucht. Ohne Ergebnis.

Polizei: Jeder Hinweis wird geprüft

Ob und wie ernst die Polizei den neuen Hinweis von Michael Schneider nimmt, ist unklar. Der Hellseher, der nach eigenen Angaben unentgeltlich arbeitet, kann "eine grundsätzliche Skepsis solchen Hinweisen gegenüber nachvollziehen". Dennoch, schreibt er in seinem Brief an die Polizeipräsidentin, würden "Hinweise von der Qualität wie meiner an Sie in Ländern wie den USA und Russland wie selbstverständlich und ohne mit den Augen zu rollen in die Ermittlungsarbeit der Polizei einbezogen werden".

Aus Polizeikreisen hieß es in der Vergangenheit, grundsätzlich würde "jeder Hinweis geprüft und dann eingeordnet". Dann werde entschieden, wie man mit dem jeweiligen Hinweis weiter umgehe. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Polizei den Zeugen, der den Twingo bei Briesen gesehen haben will, bereits zweimal vernommen haben. Doch von Rebecca fehlt noch immer jede Spur.