Auf dem Ring dürfen verspätete S-Bahnen künftig auf bestimmten Stationen ohne Halt durchfahren, um die Verzögerung wett zu machen. Jetzt wurde ein weiteres Detail zu dem geplanten Versuch bekannt, mit dem die S-Bahn Berlin den Zugbetrieb bei Störungen schneller als bisher stabilisieren will.

Danach soll nicht nur die Möglichkeit bestehen, die Halte in Halensee und am Hohenzollerndamm auszulassen. Als dritter S-Bahnhof kann auch die Station Heidelberger Platz durchfahren werden, hieß es in S-Bahn-Kreisen. „Wir werden beide Varianten testen – mit und ohne Heidelberger Platz. Je nach Verspätung“, teilte ein S-Bahner am Dienstag mit.

Zugverkehr soll pünktlicher und zuverlässiger werden

Er bekräftigte, dass niemals die Halte von mehreren aufeinander folgenden Zügen ausfallen werden. Auf jede S-Bahn, die an den genannten Bahnhöfen durchfährt, werde eine S-Bahn folgen, die dort stoppt.

Das neue Verfahren gehört zu einem umfangreichen Paket von Maßnahmen, mit dem die S-Bahn Berlin GmbH den Zugverkehr pünktlicher und zuverlässiger machen möchte. Vorgesehen ist auch, nach der Einfahrt auf stark genutzten S-Bahnhöfen alle Zugtüren automatisch zu öffnen. Das „zentrale Öffnen“, das sich in München bewährt hat, spare wertvolle Sekunden und verkürze die Aufenthaltszeit, hieß es.

„Radikale Maßnahme“

Der Fahrgastverband IGEB befürchtet, dass es schwierig wird, den Fahrgästen das neue Verfahren auf dem Ring zu erklären. Die Information der Reisenden könnte eine Herausforderung werden, sagte Verbandssprecher Jens Wieseke. Er forderte, dass der seit Jahren geforderte der Ausbau der Bahnanlagen auf dem Ring endlich in Angriff genommen wird – vor allem der Bau einer dritten Bahnsteigkante in Westend.

Henner Schmidt von der FDP bezeichnete das Auslassen von Stationshalten als „radikale Maßnahme“. Wenn Fahrgäste deshalb länger warten müssen oder die Kundenzufriedenheit sinkt, ist dies entsprechend den Regelungen der bestehenden S-Bahn-Verträge mit einer Verringerung der Zahlungen an die S-Bahn zu sanktionieren,“ forderte Schmidt.