In den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 fielen 4 Prozent der Berliner Trams aus.
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BerlinMehr als 200.000 Kilometer fallen pro Monat bei der Berliner S-Bahn aus. Von Monat zu Monat sind die nicht gefahrenen Kilometer mehr geworden. Vergleicht man die Zahlen, ergibt das fast eine Verdoppelung zum Vorjahr. Und auch die U-Bahn straft durch Verspätung  die Fahrpläne Lügen.

Die Tendenz zeigt nach unten: Wurden im Januar 163 700 Kilometer nicht gefahren, waren es im Oktober schon 268.500 Kilometer. Mittendrin ein Ausreißer zum noch Schlimmeren: Im Monat Juni kamen bei der S-Bahn 313.400 Kilometer Ausfall zusammen. Ein Jahr zuvor waren es „nur“ 178 000 Kilometer Ausfall. Das ergibt eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf.

S-Bahn für 82 Prozent der Zugausfälle selbst verantwortlich

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz teilt in ihrer Antwort mit, dass für 82 Prozent der Ausfälle die S-Bahn selbst verantwortlich ist. Die Senatsverwaltung von Senatorin Regine Günther (Grüne) nennt die wichtigsten Ausfall-Gründe: Züge sind entweder kaputt oder nicht da. Oder das Personal fehlt.

Dazu kommen technische Probleme im Schienennetz, zum Beispiel Signal- oder Stellwerksstörung (sieben Prozent der Ausfälle) sowie Personenschäden, Polizeieinsätze oder die extreme Witterung (elf Prozent). Die Kälte macht der S-Bahn gar nicht so viel aus, wie die Berliner immer annehmen: So ist der Ausfall im Januar gleichgeblieben: Er lag 2019 und 2018 etwa bei 170.000 Kilometern.

„Wenn Berlin eine Verkehrswende ernsthaft schaffen möchte, sollte die Stadt mehr in den Schienenverkehr investieren“, sagte der SPD-Politiker Tino Schopf am Freitag.

U-Bahnen sind am pünktlichsten

Die U-Bahn ist zwar mit 98,4 Prozent planmäßigen Ankünften das pünktlichste Nahverkehrsmittel Berlins. Die meisten Züge maximal 3,5 Minuten später als vorgesehen am Ziel an. Alle Werte lagen in etwa auf dem Niveau des Gesamtjahrs 2018. Doch auch die U-Bahn sammelt Kilometer, die sie nicht schafft. Im März diesen Jahres waren es 75.520 Kilometer, die ausfielen. Am unpünktlichsten war bisher übrigens die U1 (nur zu 97,1 Prozent pünktlich). Die verrufene U8 kommt zeitiger (99,1 Prozent).

Am unpünktlichsten sind die Berliner Busse: Rund 13 Prozent von ihnen kamen zwischen Januar und Oktober dieses Jahres zu spät am Ziel an, wie aus einer Antwort der Senatsverwaltung hervorgeht. Allerdings gehen Verspätungen erst ab 3,5 Minuten in die Statistik ein. Nur wenig besser war die Berliner Straßenbahn. Rund 89 Prozent kamen pünktlich. Damit war jeder zehnte Zug verspätet.

Bauarbeiten, Demonstrationen, Veranstaltungen und falsch eingestellte Lichtsignalanlagen seien unter anderem für die Verzögerungen bei Bussen und Straßenbahnen verantwortlich, heißt es in der Antwort. „Beim Bus beeinflussen zusätzlich der gestiegene Rad-, Liefer-, und Freizeitverkehr sowie zeitweise gesperrte Autobahnabschnitte mit ihren Verdrängungseffekten die Pünktlichkeit.“

Meisten Ausfälle bei den Trams der BVG

Zug- und Busausfälle sind in der Verspätungsstatistik nicht enthalten, sondern werden in der Antwort gesondert aufgeführt. Bei der U-Bahn fielen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe rund 1,5 Prozent der vorgesehenen Leistung aus. Bei der Tram waren es mit 4 Prozent deutlich mehr, beim Bus waren es 2 Prozent.