Am Bahnhof Bernau gibt es schon ein Fahrradparkhaus, am Potsdamer Hauptbahnhof ebenfalls. Am wichtigsten Nahverkehrsknoten im Osten Berlins müssen die Radfahrer dagegen noch jahrelang warten, bis sie dort ein solches Gebäude für sie bereitsteht.

Am Ostkreuz kann erst in zweieinhalb Jahren damit begonnen werden, ein Parkhaus für Fahrräder zu bauen, teilte die Senatsverkehrsverwaltung mit. Der Abgeordnete Sven Heinemann forderte, das Projekt zügig vorzubereiten. „Eine Hängepartie beim Fahrradparkhaus und bei den Vorplätzen ist den Anwohnern und Fahrgästen nicht zuzumuten“, sagte der SPD-Politiker.

Mit 210.000 Reisenden und Besuchern pro Tag ist das Ostkreuz die drittwichtigste Bahnstation in Berlin – nach dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Friedrichstraße. Viele Fahrgäste aus dem benachbarten Friedrichshain, wo Privatautos selten sind, kommen mit dem Fahrrad. Doch legale Stellplätze gibt es kaum, die Räder stehen kreuz und quer.

Vor 2019 wird das nichts

Ein Fahrradparkhaus würde sichere Abstellplätze bieten. Am Ostkreuz gäbe es genug Kundschaft für eine solche Service-Einrichtung, deren Nutzung Geld kosten würde. Und so wurde schon vor Jahren entschieden, das Ostkreuz als Standort für ein Radparkhaus vorzusehen.

Es gibt auch schon eine Idee für den Standort. Nach dem Konzept, das sich mit der Gestaltung der Bereiche rund um den Bahnhof befasst, könnte es auf dem nordwestlichen Vorplatz entstehen – mit Platz für 460 Zweiräder.

„Derzeit befinden wir uns in der Vorplanung“, sagte Dorothee Winden, die Sprecherin der Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Bis das Gebäude errichtet werden kann, werde jedoch noch Zeit vergehen. Denn das hänge davon ab, wann die Deutsche Bahn die Fläche dafür freigibt. Noch ist das Ostkreuz eine Baustelle.

Geplant sind überdachte Stahlbügel

„Der Bau eines Fahrradparkhauses kann erst nach Fertigstellung der Vorplatzfläche erfolgen“, erklärte die Sprecherin. „Baubeginn für den nördlichen Vorplatz, Standort für das geplante Fahrradparkhaus, wird voraussichtlich erst ab Ende 2019 sein.“

Am Ostkreuz sollen noch weitere Stellflächen für Fahrräder entstehen – in dem bisherigen Konzept ist von 700 Plätzen die Rede. Geplant sind Stahlbügel, die zum Teil überdacht werden. Vorgesehen sind dem Vernehmen nach auch Stahlboxen, in denen man Zweiräder einschließen kann – wie im Fahrradparkhaus gegen eine Gebühr.

Die Infra/ Velo GmbH, ein Unternehmen der landeseigenen Grün Berlin, wird sich mit dem Thema Fahrradparken befassen, teilte die Sprecherin mit. Zunächst werde ermittelt, an welchen Berliner Bahnhöfen Fahrradboxen, Fahrradstationen, Parkhäuser und andere entstehen sollten. Zudem erarbeitet die Infra/ Velo ein Betriebs- und Umsetzungskonzept. „Mit der Umsetzung soll an geeigneten Standorten bereits 2018 begonnen werden“, so Winden. „Dies schließt auch den Bahnhof Ostkreuz ein“ – je nachdem, wo Platz ist.

Im September beginnen die Beratungen über den Haushalt des Landes

Sven Heinemann, der seinen Wahlkreis in Friedrichshain hat, setzt sich für mehr Tempo ein. „Wenn das Ostkreuz Ende 2018 bahntechnisch fertig ist, erwarte ich einen nahtlosen Übergang zu den Bauarbeiten für das Parkhaus und für die Vorplätze“, so der Abgeordnete. Das habe Staatssekretär Jens-Holger Kirchner am „Runden Tisch Ostkreuz“ zugesichert.

Im September beginnen die Beratungen über den Haushalt des Landes. Der Senat müsse für 2018 die nötigen Planungsmittel und für 2019 die entsprechenden Baugelder einplanen.

In Berlin sind zwei weitere Fahrrad-Parkhäuser in der Planung. So soll am S-Bahnhof Zehlendorf ein Parkhaus für 160 Zweiräder entstehen. Es kommt ohne Personal aus, eine Automatik soll die Räder zu ihren Plätzen befördern. Für das Projekt im Südwesten Berlins hat im Frühjahr ein Interessenbekundungsverfahren begonnen.

Automatik statt Personal

Der Bahnhof Gesundbrunnen wurde als Standort einer Sammelschließanlage für 40 Fahrräder ausgewählt. Dort sollen die Räder hinter einem Stahlzaun parken, mit einer Chip- oder Jahresumweltkarte gelangen die Nutzer in die Anlage.

Auch der Hauptbahnhof ist immer wieder als Standort für ein Fahrradparkhaus in der Diskussion. Doch dafür gibt es keinen Termin.