Die Arbeiten für den Lückenschluss der U5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor stocken. Der ursprünglich für November geplante Baubeginn für den zweiten Tunnel werde sich wohl verzögern, sagte die Sprecherin des Projekts U5, Heike Müller, der Nachrichtenagentur dpa. Grund seien etwa sechs Kubikmeter Erde Sand und Wasser, die im vergangenen August in einen Teil der Baustelle eingedrungen waren. Einen neuen Termin für den Baustart gebe es noch nicht, da die Untersuchungen noch liefen. Experten seien gerade dabei, in die betroffene Kammer einzusteigen und zu prüfen, wie es zu dem Zwischenfall kam.

Die Verzögerung sorgt auch für eine Zwangspause beim Tunnelbohrer „Bärlinde“. Er ist 70 Meter lang, 700 Tonnen schwer und gräbt sich durch das sandige Erdreich. Der Durchmesser des Tunnels beträgt nach Angaben der Verantwortlichen etwa 6,7 Meter. Der Bau des neuen Teilstücks der U5 lag Anfang Oktober noch im Zeit- und Kostenplan. Daran ändere auch der Wassereinbruch in die Baustelle nahe dem Brandenburger Tor nichts, hatte es damals geheißen.

Die Inbetriebnahme der rund zwei Kilometer langen Strecke mit dem Spitznamen „Kanzler-U-Bahn“ ist bisher für Herbst 2019 geplant. Die Kosten des Projekts sind mit 433 Millionen Euro veranschlagt. Mögliche Mehrkosten durch den Wassereinbruch müssen noch ermittelt werden. Rund 80 Prozent der Baukosten trägt der Bund, den Rest das Land Berlin.

Bei der Verlängerung der U5 durch Berlins historische Mitte hatte es schon zuvor Probleme wegen des schwierigen Untergrunds mit hohem Grundwasser-Pegel gegeben. Auf dem Teilstück entstehen drei neue Bahnhöfe: Berliner Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden. (dpa)