Von Protesten begleitet beginnt am Dienstag im Bahnhof Südkreuz ein Test einer neuen Überwachungstechnik. Mit Hilfe von mehr als 300 Freiwilligen erprobt die Bundespolizei sechs Monate lang eine Software zur Gesichtserkennung. Videokameras spüren an drei Stellen Gesichter in der Masse auf.

Gegen die Einführung erkennungsdienstlicher Videoüberwachung will die Initiative „Freiheit statt Angst“ von 15 bis 18 Uhr auf dem Hildegard-Knef-Platz vor dem Bahnhof demonstrieren. Unter dem Motto „Meine Daten gehören mir“ ruft die Organisation zu einer Protest-Kundgebung auf. Die neue Technik überwache nicht nur Menschen, von denen eine Gefahr ausgeht, hieß es: „Unschuldige geraten in das Visier von Behörden.“

Die Bundespolizei begründet den Test mit der Abwehr von Terroristen und dem Kampf gegen Kriminalität. Die Datenschützer halten den Einsatz dieser biometrischen Gesichtserkennungs-Programme für rechtswidrig. Der SPD-Politiker Christopher Lauer, früher bei den Piraten Experte für Internet und Datenschutz, kritisiert: „Der kriminalistische Nutzen ist gleich Null.”