BerlinDie Kurzarbeiterregelung funktioniert. Zwar hat die Pandemie allein in Berlin mehr als 50.000 Jobs vernichtet, doch sehr viel mehr wurden gerettet. Würde der Staat kein Kurzarbeitergeld zahlen, hätten in der Stadt nach Schätzungen von Arbeitsmarktforschern derzeit wenigstens 300.000 Menschen keine Arbeit. Die Arbeitslosenquote läge dann bei 16 statt bei zehn Prozent. Bislang hat es etwa eine Milliarde Euro an Kurzarbeitergeld gekostet, dass in Berlin derzeit 200.000 Menschen ohne Arbeit sind. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Viel mehr Berliner haben ihren Job verloren.

Tatsächlich sind Tausende Menschen in der Arbeitslosenstatistik nicht berücksichtigt - vor allem Minijobber. Während sie manchem Betrieb das Überleben sicherten, sind sie nun die ersten, die vor die Tür gesetzt werden. In der ersten Corona-Welle haben deutschlandweit 850.000 Minijobberinnen und Minijobber ihre Arbeit verloren und blieben sich selbst überlassen. Im Gegensatz zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben Minijobber keinen Anspruch auf Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld.

Es sind keineswegs nur Studenten und Rentner, die sich etwas hinzuverdienen wollen. Für die meisten ist der Minijob nicht Neben-,  sondern Haupttätigkeit. 2019 waren laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung fast fünf Millionen Minijobber darauf angewiesen. In Berlin hatten vor einem Jahr 216.000 Menschen einen Minijob. Die meisten in Handel, Gastronomie und Dienstleistungsbereich. Wie viele heute noch ihre Stelle haben, ist ungewiss. Bei den Arbeitsagenturen sind Zahlen erst mit sechsmonatigem Nachlauf zu erfahren. Dabei gehören sie jetzt zur Beschreibung der Situation auf dem Arbeitsmarkt.