Berlin - Der Kunstwettbewerb zur kritischen Kommentierung des Ernst-Thälmann-Denkmals in Prenzlauer Berg ist auf eine „erfreuliche Beteiligung von Künstlern aus Berlin und darüber hinaus“ gestoßen. Das sagte Bezirksamtssprecher Tobias Schietzelt. Am 7. November wird das Preisgericht aus den Einsendungen zehn Ideen auswählen. Die Bewerber werden aufgefordert, detaillierte Entwürfe auszuarbeiten. Die finale Entscheidung soll im April folgen.

Grüne: Kritische Perspektive der Bürgerbewegung fällt unter den Tisch

Die Pankower Grünen kritisieren das Verfahren. Aus ihrer Sicht fällt im Auslobungstext und bei der Zusammensetzung des Preisgerichts die kritische Perspektive der Bürgerbewegung in der DDR auf das Denkmal unter den Tisch. Allerdings: Grünen-Stadtrat Vollrad Kuhn sollte als stellvertretender Vorsitzender der Jury berufen werden, hatte das aber aus Zeitgründen abgelehnt. Nun hat der Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Tom Sello seine Unterstützung angeboten, der aber prompt in die Jury berufen wurde. Sellos Behörde soll nun durch seinen Stellvertreter Jens Schöne das Verfahren begleiten. An der für Donnerstag geplanten Sitzung des Gremiums kann Schöne allerdings nicht teilnehmen, weil er in der Woche des Mauerfall-Jubiläums anderweitig verplant ist. (ka.)