Virtuelle Zeitreise: In 10 Minuten vom Römischen Reich zum Mauerfall

TimeRide bietet Virtual-Reality-Reisen zu verschiedenen Stationen deutscher Geschichte an. Zum 9. November 2022 startet die neue Deutschland-Zeitreise.

Die letzte Station der Deutschland-Zeitreise: der Mauerfall am 9. November 1989.
Die letzte Station der Deutschland-Zeitreise: der Mauerfall am 9. November 1989.TimeRide

Der römische Grenzwall, der im Geschichtsunterricht „Limes“ genannt wurde, er steht in der Zimmerstraße in Berlin-Mitte. Zumindest, wenn man die Virtual-Reality-Brille aufsetzt. Denn dank dieser kann man eine virtuelle Reise in die Vergangenheit unternehmen. Die VR-Brillen vermitteln mit ihren 360-Grad-Animationen das Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. Bewegt man sich um die eigene Achse, kann man an jeder Ecke eine neue Kleinigkeit erkennen, bis die nächste Epoche gezeigt wird.

Das Virtual-Reality-Angebot „TimeRide“ gründete Jonas Rothe 2016 in München, wo er studiert hatte. Der gebürtige Dresdner erfüllt sich damit seinen Kindheitstraum, inspiriert von dem Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“, eine Zeitreise selbst erleben zu können.  Das Angebot ist mittlerweile in vier weiteren deutschen Städten verfügbar: Köln, Frankfurt, Dresden und Berlin. Für jede Stadt wurden eigene historische Stationen, sogenannte Senseums, eingerichtet, die mithilfe von modernen VR-Brillen besichtigt werden können. „Wir wollen Zeitreisen für jeden möglich machen“, sagt Gründer Jonas Rothe etwas großspurig.

Das 45-minütige Programm „Berlin 1985“ führt durch die geteilte Hauptstadt. Hier wird in drei Stationen die Zeit des geteilten Berlins mithilfe verschiedener medialer Anwendungen miterlebt: der Blick durch die Mauer, die Zeitzeugen und die Virtual-Reality-Fahrt. Pünktlich zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November, startet die verkürzte Version des historischen Erlebnisses: Nun kann in nur zehn Minuten durch 2000 Jahre der deutschen Geschichte gereist werden.

Geschichte für jeden zugänglich machen

Los geht es mit den Römern am Limes, weiter zum Aufbruch des Kaisers Barbarossa zum Kreuzzug in Regensburg, zu Ritterturnieren in München, durch die Neuzeit im Frankfurt des 19. Jahrhunderts hin zum Deutschland während des Nationalsozialismus. Nach der Zerstörung deutscher Städte führt die Reise zum geteilten und schließlich wiedervereinten Deutschland. Untermalt mit passenden Erzählungen, hat man das Gefühl, hautnah Geschichte zu erleben.

Gerade in Berlin, sagt Rothe, seien so viele Touristen unterwegs, die meist ein dicht getaktetes Programm haben, eine zehnminütige Animation passe in jeden Zeitplan. Entwickelt wird die aufwändig gestaltete Zeitreise durch 3D-Künstler in der Produktionsfirma in Köln, die geschichtliche Aufbereitung übernehmen Historiker. Die virtuelle Deutschland-Reise unternimmt man im Stehen, jeder Teilnehmer kann sich dabei an einem Pfeiler festhalten, man dreht sich ausschließlich im 360-Grad-Winkel um sich selbst. Gründer Jonas Rothe erzählt, dass vor allem viele Schulklassen das TimeRide-Angebot nutzen würden. Generell sei das Angebot aber für alle zu empfehlen.