Berlin - Es war einer dieser kleinen Streits, eine dieser üblichen Corona-Debatten. Die Familie hockte seit Wochen zwangsweise zu Hause im ersten Lockdown. Die Euphorie des Anfangs hatte sich schon etwas abgenutzt, und in manchen Stunden erschien die heimische Burg recht eng. Das vertraute Zuhause war nun auch noch eine Schule, und ungeübt, wie wir in der neuen Rolle als Lehrer waren, diskutierten wir viel. Das empfand das Kind mitunter als Streit. Als irgendwann mal ein Wort das andere gab, ging der Junge einfach weg. Zack, die Tür war zu. Nicht laut, aber bestimmt.

Irgendwann holte er mich in sein Zimmer und bat um Hilfe. Er gab mir Anweisungen für ein Bild: Ich malte zwei Menschen und strich sie durch wie bei einem Verkehrsschild. Darüber sollte ich „Streitverbot“ schreiben und darunter „Befehl des Kaisers vom Fantasieland“. Als meine Frau das Bild sah, bekam der Sohn und Kaiser einen Kuss. Er freute sich und malte selbst ein Bild. Das hängt nun mit dem Verbotsschild im Flur und darauf steht: „Für die beste Mama der Welt“.

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