Gisela Meyer aus Lichterfelde sammelt Rolltücher, sie hat 565 Stück in ihren Schränken.
Foto: Sabine Gudath

Berlin-LichterfeldeIn nahezu jedem Haushalt findet sich heute ein Bügeleisen – zu Großmutters Zeiten war das anders. Wer gewaschene Wäsche plätten wollte, musste eine Wäscherolle aufsuchen. Gisela Meyer aus Lichterfelde begeistert sich für alte Waschtechniken, will an die damalige Zeit erinnern und sammelt deshalb alte Rolltücher – Leinen-Laken, die in den großen Mangel-Maschinen genutzt wurden, um die Wäsche zu plätten. Mehr als 550 Stück hat die 74-Jährige zusammengetragen. Eine historische Sammlung, die Einblicke in längst vergangene Zeiten gibt.

Meyer arbeitete lange als Krankenschwester in der häuslichen Krankenpflege. „Vor 30 Jahren kümmerte ich mich um eine ältere Patientin. Als ich ihre Wohnung aufräumte, fand ich zwei alte Rolltücher“, erzählt die 74-Jährige. Sie waren schmutzig, aber verziert mit Jugendstil-Mustern. „Ich dachte noch: Ach, das ist ja nett.“ Auf Nachfrage sagte die Patientin: „Hau‘ weg, ich gehe nicht mehr zur Rolle!“

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