Ein Graureiher, auch Fischreiher genannt, beim Flug über die Spree nahe der Jannowitzbrücke in Berlin Mitte. 
Foto: imago images/Hohlfeld

Berlin - In Berlin beobachten wir regelmäßig Tiere, die eigentlich aus dem Wald oder vom Land kommen und sich trotzdem hier mitten im Beton pudelwohl fühlen.

Mein Kollege Peter Neumann schrieb solche Beobachtungen in seinem Text „Auf Pirsch im Berliner Verkehr“ auf. Unsere Leserinnen und Leser haben zu dem Thema vieles begeistert beigetragen. Sie kommentierten auf Facebook so lustig, es hat viel Freude gemacht, das zu lesen!

Vera Mueller beobachtete, „Füchse warten am Straßenrand, bis sie gefahrlos den Damm überqueren können!“ Da ist Johannes Nickerl beeindruckt: „Vernünftiger als manche Mütter mit ihren Blagen.“ Sua Luca von Tiefenkunst: „Der Tiergarten ist voll unterkellert mit Fuchs-, Kaninchen- und Marderbauten.“ Anika Müller fügt an: „Auch an der Friedrichstraße sitzen manchmal Vögel über dem Bahngleis und singen.“ Cerstin Kessy hat sie gefüttert: „Die Stare waren auch bei mir auf der Hand und haben mein Brötchen genossen.

Reiher tummeln sich auf der Weidendammerbrücke

Jeden Tag bekommen sie auf dem Bahnhof einen Anteil meines Brötchens.“ Leserin Cur Si Kerstin Arnold tadelt das, denn „Brötchen ist nicht so gut für die Tiere. Sie fressen es aus der Not heraus.“ Sie rät stattdessen: „Bitte versuch es mal mit ungesalzenen Nüssen und ungeschwefelten Rosinen.“ Leser Christoph Öhm-Kühnle aus Herrenberg weist auf eine kleine Ungenauigkeit hin: „Das Gefieder der Stare wird während der Balz und Paarungszeit dunkler und schillernder, nicht heller. Staren-Weibchen orientieren sich also nicht an hellem, abgenutzt erscheinendem Gefieder um einen Partner zu finden, sondern am satt schwarzen, metallisch schillernden Prachtkleid. Das hell erscheinende, hell gepunktete Gefieder der männlichen Stare kommt durch die Mauser im Spätsommer und Herbst zustande und wird durch die frischen Federn mit hellgrauen Spitzen hervorgerufen.“

Reiher tummeln sich regelmäßig auf der Weidendammer und der Gertraudenbrücke in Mitte. Leser Constantin Bornowski hat einen von ihnen auf frischer Tat ertappt (s. u.) und fotografiert. „Die Vögel stehen ganz still da und beobachten gelassen das Getümmel um sich herum. Sie denken sich ihren Teil, aber haben es nicht nötig, sich selbst darzustellen. Wahrscheinlich kommen sie aus dem Osten, da mag man das Laute Überzogene nicht.“