Im Großen Teich im Volkspark Friedrichshain azhlreiche Fahrräder und Stühle entdeckt
Foto: Stefan Gehrke

BerlinMitarbeiter des Berliner Grünflächenamts haben am Donnerstag eine illegale Müllkippe im Gewässer „Großer Teich am Volkspark Friedrichshain“  entdeckt. Als sie den Teich für den bevorstehenden Winter leerpumpten, kamen über ein Dutzend Stühle, mehrere Leihfahrräder, ganze Mülleimer und alte Plastikverpackungen zum Vorschein. 



In dem Teich leben auch Fische. Unzählige von ihnen wurden nun in ein anderes Gewässer umgesiedelt. Durchgerostete und auslaufende Akkus von E-Bikes, Zigarettenkippen oder auch übermäßiger Speiserestemüll werden schnell zur tödlichen Gefahr für die Tiere. Dass das Gewässer, in das sie nun umgesiedelt werden, weniger vermüllt sein wird, ist eher unwahrscheinlich. 

730 Kubikmeter Müll aus Berliner Gewässern gefischt

Rund 6,7 Prozent des Berliner Stadtgebiets bestehen aus Flüssen, Kanälen, Seen und Kanälen, eine Fläche, die so groß ist wie die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg zusammen. Die Müllschiffe der Senatsverwaltung haben „zwischen März 2018 und Februar 2019 über 730 Kubikmeter Müll nur von der Oberfläche der Berliner Gewässer gefischt“, heißt es bei dem unter anderem durch die Stiftung Naturschutz Berlin sowie die BSR geförderten Projekt „Alles im Fluss“.

Mitarbeiter des Berzirksamtesfangen Fische, die dann umgesiedelt werden. 
Foto: Eric Richard

Zur Verdeutlichung: 730 Kubikmeter Müll entspricht in etwa dem Inhalt von 14 Güterwaggons. Und als „Müllsäule mit einem Quadratmeter Grundfläche ergäbe diese Menge das 1,9-fache des Fernsehturms“, verdeutlichen die Macher von „Alles Im Fluss“.

Hohe Strafen für Müllsünder in Berlin

Wer in der Hauptstadt bei der illegalen Entsorgung von Müll erwischt wird, dem drohen empfindliche Strafen. Ende Oktober hatte der Senat einen neuen Bußgeldkatalog verabschiedet. Demnach werden für einen weggeworfenen Einwegbecher 55 Euro Strafe fällig, Sperrmüll wie Matratzen, Kinderwagen oder Stühle zwischen 150 und 500 Euro. Eine achtlos weggeschnippte Zigarettenkippe schlägt mit 120 Euro zu Buche.

Um die Strafen durchzusetzen, muss das Ordnungsamt den Verursacher kennen und die Tat nachweisen können. Wie viel Müll Tag für Tag auch in den Gewässern unserer Stadt landet, zeigt auch die Einschätzung eines Grünflächenamt-Mitarbeiters im Volkspark. Er sagt: „Solange wir kein Auto aus dem Wasser ziehen, ist es noch halbwegs in Ordnung. Das ist Realität in Berlin“. Nächste Woche soll der Müll aus dem Großen Teich dann von einer eigens gebuchten Spezialfirma geborgen und entsorgt werden.