Ohne Kaffee geht es nicht. Vor allem nicht morgens. 
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BerlinNa, haben Sie in weiser Voraussicht schon alle Besorgungen erledigt? Damit zählten Sie wohl zu einer Minderheit. Als Teil der Mehrheit dagegen müssten Sie sich jetzt sputen, denn es wird knapp, während Sie diese Zeilen lesen. Es spricht nichts dagegen, eine Kolumne auch mal für Servicezwecke zu nutzen. Konkret geht es um zwei Sachen: Erstens, die Öffnungszeiten der Supermärkte sind heute verkürzt. Zweitens ist morgen – halten Sie sich fest! – ein Feiertag. Was bedeutet, dass wir morgen nicht einkaufen gehen können. Nicht mal in den Spätis. Geschlossene Spätis! So weit ist es schon gekommen!

Nicht einkaufen zu können – das sind wir angesichts von Ladenöffnungszeiten bis Mitternacht und erst recht von am gleichen Tag eintreffenden Online-Bestellungen kaum mehr gewohnt. Entsprechend sieht es vor Feiertagen in den hiesigen Supermärkten aus, wo ein darwinistischer Kampf ums Überleben ausbricht. Klingt übertrieben? Dann waren Sie vor Weihnachten offenbar schon raus aus der Stadt. Schon am Tag vor Heiligabend reihten sich in einem Markt hier um die Ecke die Kassenschlangen durch den halben Laden.

Ohne Kaffee am Morgen - das bringt Kummer und Sorgen

Es könnte durchaus mal untersucht werden, warum zwar vor Feiertagen, nicht aber vor Sonntagen solch ein Ansturm stattfindet. Okay, für die Festlichkeit hat sich vielleicht Besuch angekündigt, wir möchten frische Sachen zubereiten und der Piment steht zwar im Rezept, aber nicht mehr im Küchenregal.

Es ist auch ärgerlich, am Feiertag festzustellen, dass kein Kaffee mehr im Haus ist. Da gilt es vorzubeugen. Aber lugen Sie nachher, während Sie sich in der Schlange schwören, nächstes Jahr früher mit allem fertig zu sein, ruhig mal in die Einkaufswagen Ihrer Mitmenschen. Dort liegen aus unerfindlichen Gründen plötzlich drei Packungen Kaffee.

Es sind Bilder, die wir aus Katastrophenfilmen kennen oder aus Dokus über sogenannte Prepper: Apokalyptiker, die jederzeit für den Ernstfall vorsorgen. Der Hamsterkauf vor einem Feiertag eignet sich hervorragend als Beispiel der German Angst. Und wer weiß, immerhin beginnt auch ein neues Jahrzehnt. Was ist, wenn Y2K, der zur Jahrtausendwende befürchtete, massenhafte Absturz von Computersystemen, einfach zwanzig Jahre später eintritt? Dann schadet es nicht, ein paar Konserven im Schrank zu haben. Sicher ist sicher.

In diesem Sinne: Guten Rutsch!