Es ist ein Verkehrsprojekt, das noch kaum jemand kennt. Doch der Bau der zweiten Nord-Süd-S-Bahn ist ein wichtiges Vorhaben für Berlin, sagte Alexander Kaczmarek von der Deutschen Bahn (DB). Jetzt gab der Konzernbevollmächtigte für den ersten Abschnitt, der den Nordring mit dem Hauptbahnhof verbinden wird, ein neues Eröffnungsdatum bekannt. 2020 soll dort erstmals eine S-Bahn fahren, kündigte Kaczmarek während eines Vortrags bei den Schienenverkehrswochen des Fahrgastverbands IGEB an.

Es geht um fast vier Kilometer Gleis in Mitte. Im Norden wird sich die S-Strecke, die den Arbeitstitel S21 trägt, bei den Bahnhöfen Westhafen und Wedding aus dem Ring ausfädeln. Im Süden verschwindet sie in einem 609 Meter langen Tunnel, in dem sich auch die vorläufige Endstation befinden wird. Weil ihr Bahnsteig kürzer ist als sonst, können vorerst nur Vier-Wagen-Züge fahren. „Aber das ist immer noch besser, als die Schienen ungenutzt liegen zu lassen“, sagte Kaczmarek.

Verzögerung von fünf Jahren?

Eine Zeit lang hieß es, dass 2015 die erste S-Bahn auf dem ersten Abschnitt der S21 fährt. Dann war von 2017, später von 2019. Wie berichtet verzögert Grundwasser, das in die Grube eindringt, den Bau. Mit einem Gerät, das bisher vor allem auf dem Meeresboden eingesetzt wird, soll das Problem nun gelöst werden.

In einem zweiten Bauabschnitt soll die S21 zum Potsdamer Platz verlängert werden. Der dritte Abschnitt führt zur Yorckstraße. Er soll am Gleisdreieck einen Umsteigebahnhof zur U1 bekommen. Noch 2017 soll die Vorplanung beginnen, so Kaczmarek. In den 2030er-Jahren könnte der Zugbetrieb starten.