Von Berlin nach Russland: Polizei stoppt Schrottbus mit mehr als 40 Kindern

Das verantwortungslose Verhalten eines russischen Reiseunternehmens und die Gleichgültigkeit einiger Lehrer hat in Berlin dafür gesorgt, dass dutzende Kinder in eine Polizeikontrolle gerieten. Der Vorfall ereignete sich am Montag. Gegen 13 Uhr war Polizisten der rostige Bus auf der BAB 115 stadtauswärts aufgefallen. Am Zollamtsplatz Dreilinden stoppten sie das Fahrzeug und begannen mit der Kontrolle.

Dabei stellten die Beamten erschreckend fest, dass in dem schrottreifen Bus rund 40 Kinder und Jugendliche saßen, die auf dem Weg in ihre Heimat Russland waren. Nach Angaben der Polizei waren den Beamten die stark verrosteten vorderen Bremsscheiben aufgefallen. Die daraus resultierende Fahrweise stellte eine Gefahr für die Fahrgäste sowie für andere Verkehrsteilnehmer dar.

"Nachdem der Fahrer bei einer Probefahrt auf etwa 30 Stundenkilometer beschleunigte und abbremste, zog das Gefährt stark nach rechts, was an der nicht funktionstüchtigen Radbremse lag", erklärte ein Polizeisprecher. Eine erste Begutachtung des älteren Modells sorgte für großes Erstaunen. Daraufhin brachten die Beamten den Bus in eine Werkstatt, um eine Überprüfung fortzusetzen.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, stellten die Gutachter mit Erschrecken fest, dass die Radbremsen vorne links und hinten rechts nicht funktionstauglich waren. Außerdem war der Tank locker und drohte abzufallen. Zudem waren sämtliche Bremsscheiben komplett abgenutzt, Druckluft entwich, die Aufhängung der Vorderachse war gebrochen und die Auspuffanlage so stark beschädigt, dass akute Brandgefahr bestand.

Die Reisegäste kamen in einem Hotel unter und somit erst verspätet in ihre Heimat zurück. Die Verantwortlichen zeigten weder Reue noch Verständnis für den Polizeieinsatz. Die Klassenlehrerin zeigte deutlich und lautstark ihr Unverständnis über die in ihren Augen vollkommen überzogenen Maßnahmen wegen der "kleinen" Mängel. Der 56-jährige Busfahrer musste eine Sicherheitsleistung zahlen musste. Auch er schien wenig einsichtig, so die Polizei.

Die gefährliche Tour ist kein Einzelfall. Die Berliner Polizei zieht in regelmäßigen Abständen Reisebusse aus Osteuropa aus dem Verkehr. Viele der Fahrzeuge weisen erhebliche Mängel auf.