BerlinDer Mietendeckel, der eine Absenkung überhöhter Mieten vorsieht, wirkt sich für Berlins Haushalte ganz unterschiedlich aus. Ein gut verdienender Arzt hat es nicht nötig, dass die Miete für seine Altbauwohnung in Prenzlauer Berg gesenkt wird. Für eine Studentin, der zum Leben nur 400 Euro übrig bleiben, oder eine selbstständige Grafikdesignerin, die eine sehr hohe Miete akzeptieren musste, um überhaupt eine Wohnung zu erhalten, kommt die Absenkung aber gerade recht. Manch einer, gerade unter den Gutverdienern, hält den Mietendeckel unter diesen Umständen für ungerecht. Aber ist er das wirklich? Ungerecht?

Tatsächlich behandelt der Mietendeckel alle gleich, Vermögende wie Geringverdiener. Genau das ist von einem Gesetz aber zu erwarten. Dass jeder unterschiedlich von der Regelung profitiert, liegt dabei auf der Hand. Auch die Mietpreisbremse hat ohne Ansehen der Person die höchstzulässige Miete beim Abschluss eines neuen Vertrages auf zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete festgelegt – gleichgültig, ob ein Unternehmensboss oder ein Student die Wohnung anmieten will. Leider sind in den vergangenen Jahren viele Wohnungen in Berlin unter Verstoß gegen die Mietpreisbremse zu unzulässig hohen Preisen vermietet worden, weil Eigentümer das mangelnde Angebot an Wohnraum ausgenutzt haben.

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