Berlin - Der Berliner Krankenhauskonzern Vivantes schlägt in der Auseinandersetzung mit den bei der Gewerkschaft Verdi organisierten Pflegekräften einen runden Tisch vor. Kurz vor der Verhandlung am Berliner Landesarbeitsgericht am Dienstagvormittag veröffentlichte die Geschäftsführung des landeseigenen Unternehmens diesen Vorschlag. In der juristischen Auseinandersetzung geht es darum, ob Vivantes mit Verdi über einen Tarifvertrag Entlastung und tariflich festgeschriebene Lohnangleichungen in den Tochterunternehmen an die Stammbelegschaft verhandeln darf. Auf diese Position zieht sich das Management von Beginn an zurück.

Das Unternehmen möchte zum runden Tisch auch „neutrale Dritte“ einladen, um „nach tragbaren Lösungen für eine Entlastung der Pflegekräfte zu suchen“. Dorothea Schmidt, Vivantes Geschäftsführerin Personalmanagement, wird in einer Pressemitteilung vom Dienstagmorgen mit den Worten zitiert: „Wir teilen die Ansicht, dass wir dringend mehr Pflegekräfte am Bett benötigen. Um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen, strebt Vivantes an, in einem geordneten Verfahren und gemeinsam mit neutralen Dritten geeignete Lösungen für eine gute Pflege bei Vivantes zu entwickeln.“

Am Montag hatte Vivantes per einstweiliger Verfügung einen dreitägigen Streik der Beschäftigten untersagen lassen. Vertreter von SPD, Grünen und Linken hatten daraufhin den Pflegekräften ihre Unterstützung zugesagt. An diesem Dienstag soll das Thema in der Sitzung des Senats besprochen werden.