Blick auf die Fundstelle eines Blindgängers am Oder-Havel-Kanal. Wegen der Entschärfung einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe am Donnerstag hat die Stadt Oranienburg den Sperrkreis vergrößert. 
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OranienburgWegen der Entschärfung einer 500 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe am Donnerstag hat die Stadt Oranienburg den Sperrkreis rund um den Blindgänger bereits am Mittwoch vergrößert. Nachdem die Bombe im Uferbereich des Treidelweges freigelegt wurde, hat die Stadt den bereits eingerichteten Sperrkreis nach Empfehlung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes von 70 auf 100 Meter um den Fundort herum ausgeweitet, wie die Stadt mitteilte. Damit wurde die Lehnitzbrücke ab sofort für den Verkehr gesperrt, sagte Stadtsprecher Gilbert Collé. Betroffen seien außerdem die Lehnitzstraße zwischen altem Bahndamm und Wassersportzentrum, sowie mehrere bewohnte und unbewohnte Grundstücke.

Die amerikanische Weltkriegsbombe mit chemischem Langzeitzünder soll am Donnerstag vor Ort entschärft werden. Von 8.00 Uhr an soll dann ein Sperrkreis von rund 1000 Metern um die Bombe herum eingerichtet werden. In diesem seien rund 5200 Menschen gemeldet. Auch vier Kitas, ein Hort, eine Grundschule, ein Seniorenheim und das Medizinische Versorgungszentrum befinden sich im gesperrten Gebiet. Da der S-Bahnhof Lehnitz ebenfalls im Sperrbereich liegt, soll der Nahverkehr von 8.00 Uhr an eingestellt werden. Der Fernverkehr fährt voraussichtlich noch bis 10.00 Uhr durch.

SEV wird eingerichtet

Ein Schienenersatzverkehr soll zwischen Birkenwerder und Oranienburg eingerichtet werden. Die Stadt rechnet damit, dass der Sperrkreis am Nachmittag wieder aufgehoben werden kann. Die Aufhebung soll per Sirenensignal mitgeteilt werden. Solange darf sich niemand darin aufhalten. Anlaufstellen für Betroffene sind das Regine-Hildebrandt-Haus in der Sachsenhausener Straße sowie das Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße. Halten sich Unbefugte im Sperrbereich auf, kann ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit drohen. Es ist die 209. Bombe in Oranienburg seit der ersten Zählung am 23. Oktober 1991.

Im Uferbereich des Treidelweges wurden zuletzt zwei Bomben gefunden, die die Sprengmeister entschärfen konnten. Zuletzt war nach Angaben der Stadt eine Bombe im Wald zwischen Gewerbepark Nord und Klinkerhafen gesprengt worden.