New York - Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) will sich dafür einsetzen, dass Berlin ein Migrationsmuseum bekommt. Das kündigte die Senatorin am Mittwoch bei einem Besuch des Immigrationsmuseums auf Ellis Island in New York an. Bisherige Versuche seien zuvor gescheitert, doch diese Forderung wolle sie nun mit nach Berlin nehmen. Wo das Museum entstehen könne, könne sie noch nicht sagen. Bisher gebe es nur die Idee, die Pop aber für dringend notwendig sieht.

„Berlin braucht ein Migrationsmuseum. Wir sind ein Einwanderungsland und haben keinen zentralen Debattenort, wo die Vielfalt in unserem Land symbolisch sichtbar wird und wir uns mit den Realitäten unseres Landes auseinandersetzen können“, sagte Pop in New York.

So ein Museum sei ein notwendiger Beitrag zu einem „neuen Wir“, erklärte die Wirtschaftssenatorin weiter, „gerade in Zeiten von Rechtspopulismus, in denen die Werte wie Weltoffenheit, Vielfalt und Freiheit als Bedrohung angegriffen“ würden.

Migrationsmuseum wäre in Deutschland einzigartig

Pop erklärte, dass es ein vergleichbares Museum in Deutschland bisher nicht gebe, das sich schwerpunktmäßig mit Fragen zur Migration, Flucht und Integration beschäftige. Dabei sei Deutschland seit Jahrhunderten Ausgangspunkt, Zielland und Durchgangsstation von Migranten und Geflüchteten. „Migration hat unser Land entscheidend geprägt. Und Deutschland wird auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten Migration erleben – und auch angesichts des Fachkräftemangels auch benötigen“, ergänzte Pop.

Die Migrationsgeschichte Berlins sei überaus präsent, die historischen und gegenwärtigen Migrationsereignisse überall in der Stadt noch erlebbar und zu besichtigen, so die Grünen-Politikerin weiter.

Ellis Island ist seit 1990 als Museum zugänglich, rund 12 Millionen Einwanderer passierten zwischen 1892 und 1954 die kleine Insel, bevor sie ins Land einwandern durften.

Pop befindet sich momentan auf einer Delegationsreise an der Ostküste der USA. Am Mittwoch reiste sie von New York nach Boston mit der Bus. Von dort geht es zurück nach Berlin.