Vorfall am Lageso in Berlin: Hetze gegen Flüchtlinge - Wachmann vom Dienst freigestellt

Ein Wachmann, der am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) mit Nazi-Vokabular gegen Flüchtlinge und Helfer gehetzt hat, ist mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt worden. Darauf hätten sich die für das Grundstück des Lageso zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) und die Sicherheitsfirma geeinigt, sagte eine Sprecherin der Sozialverwaltung am Dienstag. Auch die Unternehmensgruppe Gegenbauer distanzierte sich „in aller Klarheit von fremdenfeindlichen Äußerungen eines Einzelnen“.

„Den betreffenden Mitarbeiter haben wir identifiziert und mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit entbunden. Eine Weiterbeschäftigung in unserem Unternehmen ist ausgeschlossen“, erklärte der Leiter der Kommunikationsabteilung, Gunther Thiele, am Dienstag. Das Unternehmen sei überzeugt, dass die geäußerte Meinung „in keiner Weise der Denkweise“ der mehr als 15.000 Mitarbeiter entspreche.

„Wir sind froh, dass die BIM so schnell reagiert hat und der betroffene Mitarbeiter vom Dienst am Lageso freigestellt wurde“, sagte Monika Hebbinghaus, Sprecherin der Sozialverwaltung. „Wichtig ist, dass wir das klare Signal senden: Fremdenfeindlichkeit und verfassungsfeindliches Verhalten werden nicht geduldet und haben Konsequenzen.“

Linke fordern Konsequenzen

Am Dienstag hatten „Bild“ und „B.Z.“ berichtet, dass ein Video dokumentiert, wie ein Mitarbeiter in Nazi-Vokabular gegen Flüchtlinge, Politiker und Helfer an der Einrichtung hetzt. Die Aufnahmen stammen aus Räumlichkeiten zum Eingang des Lageso-Areals, schreiben die Zeitungen. Minutenlang rede der Mitarbeiter auf seinen Kollegen ein.

Die Berliner Linke-Fraktion hat Sozialsenator Mario Czaja (CDU) nach Bekanntwerden dieses Vorfalls außerdem aufgefordert, umgehend „für einen menschenwürdigen Security-Service“ am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) zu sorgen. „Der Senat muss dem skandalösen und rassistischen Treiben ein Ende bereiten“, forderte der flüchtlingspolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Hakan Tas, am Dienstag. Der jüngste Vorfall sei ein trauriger Höhepunkt. Schon vorher seien Wachleute am Lageso dadurch bekanntgeworden, dass sie Flüchtlinge misshandelten. (dpa/BLZ)