Viele Berliner Kitas beschäftigen zu wenig Erzieher und unterlaufen damit den offiziell festgelegten Betreuungsschlüssel. Das geht aus einer Vorlage der Bildungsverwaltung an den Hauptausschuss hervor. Demnach haben 31 Prozent der Kita-Betreiber viel weniger Erzieher als vorgeschrieben. Ein Erzieher muss deshalb deutlich mehr Kinder betreuen, oft müssen Gruppen zusammengelegt werden. Heraus kam das durch eine Anfrage im März, die nun ausgewertet wurde.

„Das ist ein Fall für die Kita-Aufsicht“, sagte Iris Brennberger, Sprecherin der Senatsverwaltung für Familie. Wenn der Träger keine Abhilfe schaffe, könne ihm die Betriebserlaubnis entzogen werden. Zunächst müsse aber geprüft werden, ob eine Stundenaufstockung beim Personal möglich sei. Auch könne die Kita-Aufsicht einen Belegungsstopp verhängen.

Nach den Kriterien der Verwaltung darf die Personalausstattung von rechnerisch 100 Prozent in einer Kita um höchstens fünf Prozent unterlaufen werden. Das war zum Stichtag der Erhebung bei 17 Prozent der Kita-Träger der Fall. 31 Prozent hingehen verletzten diese Toleranzgrenze.

Senatorin Sandra Scheeres (SPD) will mehr Quereinsteiger 

Gewerkschaften weisen darauf hin, dass insbesondere die Mieten für Kita-Betreiber deutlich gestiegen sind. Allein bei den landeseigenen Kita-Betrieben fehlten 400 volle Erzieher-Stellen. Immerhin 52 Prozent aller Kita-Träger lagen beim Personal laut der Erhebung aber über dem Soll.

Rechnerisch soll ein Erzieher 4,5 Krippenkinder unter drei Jahren betreuen – oder neun Kinder, die älter als drei Jahre sind.

Senatorin Sandra Scheeres (SPD) forderte angesichts der Personalknappheit die Kita-Eigenbetriebe in einem Schreiben dazu auf, mehr Quereinsteiger auszubilden. Derzeit liege diese Ausbildungsquote bei den Quereinsteigern unter fünf Prozent, dabei könnten bis zu 33 Prozent berufsbegleitend ausgebildet werden.