Aus dem Entsetzen über den Krieg in den Ukraine entsteht in diesen Tagen das Thema Nahrungsvorräte. Es dominiert die privaten Gespräche im Freundeskreis. Für bis zu 14 Tage sollte man sich im Falle von Einschränkungen aus eigenen Vorräten ernähren können. Ravioli kalt aus der Dose aber bitte nicht, so die übereinstimmende Meinung. In dieser Lage hilft die Erfahrung durch zahlreiche Corona-Lockdowns in den vergangenen zwei Jahren enorm.

Im Ernstfall fällt der Strom zuerst aus, betont eine mit öffentlicher Infrastruktur vertraute Freundin. Dann bleibt aus den zahlreichen frostigen Leckereien im Gefrierschrank nur noch ein stinkender Schimmelhaufen, so sind wir uns beim Gespräch am sonntäglichen Kaffeetisch einig. Also Konservendosen – da nicken alle.

Darin soll sein? „Suppe“, rufen die einen. Überlegen wendet ein anderer Freund schnell ein. „Kalt schmeckt die nicht – ohne Strom wird auch die Herdplatte nicht mehr heiß.“ Überlegen dekliniert eine schlaue Freundin den Ernstfall vor uns Staunenden durch: „Streichhölzer, Kerzen, Batterien, Taschenlampen und nur Essen, das auch kalt schmeckt.“ Wir anderen sind verblüfft, da hat sich jemand richtig Gedanken ums Horten gemacht.

Trockene Nudeln und Tomaten in der Dose waren bisher die Lagerfavoriten und brachten uns gut durch die Zeit der pandemischen Einschränkungen. Aber was schmeckt auch ungekocht und roh? Da die meisten von uns erfahren in der Herstellung von Lunchpaketen mit Salaten fürs Büro oder Tagesausflüge sind, kommen die Antworten schnell. „Kichererbsen! Linsen! Bohnen! Mais! Erbsen! Getrocknete Tomaten!“

Die Kichererbse ist unser Liebling. Was fallen uns da alles für feine Rezepte ein. Püriert (geht auch mit der Gabel) als Hummus. Mit Kräutern vom Balkon (unbedingt schnell damit bevorraten, wenn die Frostnächte vorbei sind) und Schafskäse (beim türkischen Lebensmittelhandel in Dose erhältlich) dazu und fertig ist die Mahlzeit.

Angeregt von der offenherzigen Diskussion gibt eine fleischaffine Freundin zu, immer schon mehrere Gläser mit eingemachter Leberwurst, Corned Beef und Sülze im Küchenschrank stehen zu haben. „Damit ich nach dem Urlaub was fürs Frühstück habe.“ Sie stockt jetzt zusätzlich auf.

Als Siegerin im Wissen um Not-Reserven aber erweist sich natürlich die Schlaue. Sie verrät uns, einen Camping-Gaskocher für um die 60 Euro schon zu Beginn der russischen Kriegshandlungen erworben zu haben. Uns stockt der Atem, als sie von den 24 Wasserbeuteln, zehnmal 15 Liter, für rund 37 Euro erzählt, die in der von ihrer Familie nicht genutzten Badewanne lagern.

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