Tausend glückliche Gänse watscheln noch über die Wiese von Gut Hesterberg. Es könnten auch drei Mal so viel sein, gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit. „Die Vorbestellungen laufen, die Nachfrage ist groß“, sagt Karoline Hesterberg. In dem Familienbetrieb nahe Neuruppin sind die Gänse in den vergangenen zehn Monaten unter den besten Bedingungen aufgewachsen.

Sie verbrachten ihre Tage auf der Wiese und am Teich, fraßen Gras und Getreide ohne Hormone und Antibiotika. Nur nachts mussten die Gänse in den Stall, denn die Füchse in Brandenburg machen um den Gutshof keinen Bogen. 200 Gänse sind in den vergangenen Tagen zum St.-Martins-Tag geschlachtet worden, den verbleibenden 800 Tieren steht dieses Schicksal ab dem 18. Dezember bevor. Die frisch geschlachteten Gänse werden dann in den Berliner Filialen des Gutshofes verkauft.

In Berlin und Brandenburg hat das Weihnachtsgeschäft für Geflügel begonnen. „Vor allem Enten und Gänse sind gefragt“, sagt die Geschäftsführerin des Geflügelwirtschaftsverbandes Brandenburg, Anika Folgart. Doch aus einheimischer Produktion sei die große Nachfrage kaum zu decken, sagt Folgart. Bundesweit sind 2014 etwa 4900 Tonnen Gänsefleisch erzeugt worden, das ist mehr als 2013.

Konkrete Zahlen für Brandenburg hat der Verband nicht. In dem Bundesland gibt es etwa 125 Mastbetriebe, sie können aber nur etwa 20 Prozent der Nachfrage decken, der Rest sind Importe aus Ländern wie Polen und Ungarn.

Gut Hesterberg hat kein Bio-Zertifikat für seine Gänse, bewusst haben sich die Hesterbergs dagegen entschieden. „Wer sehen will, wie die Gänse aufwachsen, kann jederzeit zu uns kommen“, sagt Karoline Hesterberg. Für Gruppen ab zehn Personen gibt es Hofführungen.