Wachsende Stadt: Wirtschaftssenatorin Pop plädiert für Ausbau der U-Bahn

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) plädiert für einen Ausbau der Berliner U-Bahn, um die Verkehrsströme der wachsenden Stadt auch in Zukunft zu bewältigen. In dieser Legislaturperiode konzentriere sich die rot-rot-grüne Koalition auf den Bau neuer Tramlinien und den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur, sagte die stellvertretende Regierungschefin der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist also klar, dass wir stark in Infrastruktur investieren.“

Aber: „Gerade beim Thema Verkehr sollte man keine Politik machen, die nur auf drei, vier Jahre ausgerichtet ist“, so Pop. „Wenn wir uns die langen Beschaffungsvorgänge anschauen und sehen, wie die Stadt wächst, müssen wir natürlich auch weiter in die Zukunft gucken.“

Nicht nur Fahrradwege und Straßenbahnen

Pop erinnerte daran, dass der Senat zwölf neue Stadtquartiere für 100.000 Menschen entwickeln wolle. „Die liegen nicht alle innerhalb des S-Bahnringes, die Buckower Felder beispielsweise oder der Blankenburger Süden“, sagte sie. „Wenn wir in einer wachsenden Stadt nicht wollen, dass alle auf das Auto umsteigen, die nicht direkt innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen, brauchen wir entsprechende Anschlüsse.“

Mittel- und langfristig müssten daher zur Anbindung der Quartiere weitere Kapazitäten aufgebaut werden. „Auch bei der U-Bahn, denn das ist ein Transportmittel, das sehr viele Menschen befördern und auch längere Strecken zurücklegen kann, wetterunabhängig ist und Verkehr auf der Straße reduziert“, so Pop. „Insofern sollten wir nicht das eine tun und das andere lassen, sondern perspektivisch schauen, wo brauchen wir neben dem Ausbau der Tram und der Fahrradinfrastruktur noch neue Linien, Verstärkungen oder Verlängerungen.“

U-Bahn deutlich teurer als Tram

Seit vielen Jahren wird in Berlin über die Verlängerung der U8 zum Märkischen Viertel diskutiert, die von den Menschen dort vehement gefordert wird. Das gilt auch für eine Verlängerung der U7 im Berliner Süden, um das neue Wohngebiet Buckower Felder und den Flughafen besser anzubinden. Zudem teilte der Senat jüngst mit, dass für eine Verlängerung der U1 von der Uhlandstraße zum Adenauerplatz „die erforderlichen städteplanerischen und baulichen Voraussetzungen“ bestünden und für den Fall der Fälle eine Trasse freigehalten werde.

Eine neue U-Bahn ist deutlich teurer als etwa eine neue Tram-Linie. Ein Projekt - die Verlängerung der U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor - ist derzeit im Bau und soll 2020 fertig sein. Die Bauarbeiten liegen laut Wirtschaftsverwaltung trotz eines teils komplizierten Untergrunds im Zeit- und Kostenplan. Die U55 vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof war 2009 eröffnet worden. (dpa)