Normalerweise nimmt man beim S-Bahnfahren nicht unbedingt einen Hammer mit. Nicht jedes Mal jedenfalls. Ein Schraubenzieher? Auch nicht zwangsläufig. Es könnte ja aber doch sein, dass wir gerade an diesem Wochenende einem Freund beim Renovieren helfen wollen und für den Nachhauseweg die S-Bahn benutzen wollen.

Es empfiehlt sich, dann den Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Lichtenberg und Alexanderplatz sowie alle dazwischenliegenden Bahnhöfe wie Lichtenberg, Nöldnerplatz, Ostkreuz, Warschauer Straße, Ostbahnhof, Jannowitzbrücke und Alexanderplatz zu meiden. Es könnte sonst sein, dass die Polizei die Werkzeuge einkassiert und auch eine Strafe verhängt.

Endlich eine Werkzeugzone

Es klingt etwas absurd, aber die Bundespolizei hat für das kommende Wochenende gefährliche Werkzeuge, Reizgas, Schlaggegenstände und auch Messer auf dieser Strecke und in den genannten Bahnhöfen verboten. Die Polizei will damit natürlich nicht uns Bürger am Renovieren hindern. Nach einigen Gewaltdelikten auf Bahnanlagen verspricht sie sich von dem Verbot eher eine abschreckende Wirkung, adressiert an potenzielle Gewalttäter. Ob das eine realistische Erwartungshaltung ist? Man darf es bezweifeln.

Ein herausgehobenes Verbot in den Nächten eines einzelnen Wochenendes klingt eher nach Aktionismus. Die Auswirkung auf die Sicherheit in S-Bahn-Zügen dürfte begrenzt sein. Wäre sie es nicht, müssten die genannten Dinge jederzeit in Zügen verboten sein. In jedem Fall erwartet uns die Einführung einer neuen Zone. Nach Umweltzone, Wasserschutzgebiet und drohendem Fahrverbot für Dieselautos auf einzelnen Straßen, freuen wir uns nun über die Werkzeugzone.