Mit fabrikneuen U-Bahnen, die eigentlich für Hamburg bestimmt sind, wollten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ihren Wagenmangel kurzfristig lindern. Doch dazu wird es jetzt doch nicht kommen.

Die Hamburger Hochbahn teilte mit, dass sie keine Fahrzeuge erübrigen kann. Die Frage, ob Berlin U-Bahnen einige Jahre lang übernehmen darf, „ist tatsächlich an uns herangetragen worden“, sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum. „Allerdings kommt eine solche Lösung – unabhängig von den technischen Voraussetzungen – nicht in Frage, da wir alle neuen Fahrzeuge vom Typ DT 5 selbst dringend benötigen.“

Neue Fahrzeuge dringend benötigt

Wie berichtet hat der Berliner Senat 58 Millionen Euro für den Kauf von U-Bahnen bewilligt. Neue Fahrzeuge werden dringend benötigt – zum einen, weil Berlin wächst und immer mehr Menschen die BVG nutzen, zum anderen, weil viele U-Bahnen in die Jahre gekommen sind. Risse an Wagenkästen und Drehgestellen machen den BVG-Technikern Sorgen.

Doch die Serienlieferung der Neufahrzeuge vom Typ IK, die für die schmaleren Tunnel der so genannten Kleinprofillinien U 1 bis U 4 ausgelegt sind, kann erst 2017 beginnen. Für die Züge, die für die Großprofillinien U 5 bis U 9 gebraucht werden, gibt es noch nicht mal eine Bestellung.

So kam dem Vernehmen nach die Idee auf, vorübergehend U-Bahnen des Typs DT 5 aus Hamburg einzusetzen – klimatisierte Züge mit viel Komfort. Sie sollten gekauft und später wieder verkauft werden. Die Hochbahn prüfte den Wunsch, musste aber ablehnen. Kreienbaum: „Bei der Beschaffung der Fahrzeuge hat es bei uns durch das beauftragte Konsortium eine Verzögerung von rund zwei Jahren gegeben. Wir sind jetzt zwar in einem stabilen Lieferungsrhythmus, haben aber keine Reserven.“