Berlin - Was bislang in der großen Politik üblich war, soll jetzt auch im Kleinen gelten – die „privilegierte Partnerschaft“. Eine Kooperation zwischen zwei Seiten trotz aller Unteschiede. In Friedrichshain-Kreuzberg haben sich Linke und Piraten darauf geeinigt. Privilegiert wollen dabei beide sein. Die Linken, weil sie so einen Stadtrat stellen: Mit nur gut 12 Prozent der Wählerstimmen wäre der für sie passé, denn die Piraten sind mit 14,5 Prozent vorbeigezogen. Doch weil die Piraten für ihre möglichen neun Sitze im Bezirksparlament nicht genügend Personal haben und nur fünf Verordnete stellen, fällt der Stadtratsposten den Linken zu, die mit sieben Vertretern im Bezirksparlament sitzen.

Damit die Piraten dieses für sie nachteilige Konstrukt akzeptieren, haben die Linken die „privilegierte Partnerschaft“ vorgeschlagen. Die Piraten, die sich als moralische Sieger sehen, sollen so ein Stück vom Macht-Kuchen abbekommen. Der künftige Linken-Stadtrat, der wahrscheinlich wieder Knut Mildner-Spindler heißen wird, wird Anträge der Piraten-Fraktion gleichberechtigt denen der Linken behandeln und an den Piraten-Fraktionssitzungen teilnehmen. Doch die Piraten wollen mehr: Der Linken-Stadtrat soll ihnen Geld überweisen, die Rede ist von 250 Euro pro Monat.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.