Der Ton ist freundlich. Verärgerung schwingt allerdings in jedem Satz mit. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat sich am Mittwoch ein zweites Mal innerhalb eines Monats zu den Vorwürfen der Wahlfälschung bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin öffentlich geäußert und Aufklärung verlangt.

„Die Sommerferien in Berlin gehen zu Ende, und der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Dr. Gideon Joffe, ist aus dem Urlaub zurückgekehrt. Leider hat er bislang entgegen seiner Ankündigung nichts dafür getan, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit den Gemeindewahlen zu entkräften und das Vertrauen in den Vorstand wiederherzustellen“, heißt es in der Erklärung.

Schaden für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland

Wie berichtet, haben Gemeindemitglieder Strafanzeige gegen den Vorstand erstattet. Mittlerweile sei für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland insgesamt Schaden entstanden, so der Zentralrat. Der Dachverband will die Vorwürfe von einem unabhängigen, verbandsinternen Schiedsgericht beurteilen lassen. „Um weiteren Schaden von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und von der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland insgesamt abzuwenden, appellieren wir noch einmal dringlich an den Gemeindevorstand, zur Aufklärung der Vorgänge unverzüglich beizutragen.“

In der Zwischenzeit sollen Gemeindevertreter ihre Ämter in den Gremien des Zentralrats ruhen lassen. Gemeindechef Gideon Joffe bestreitet die Vorwürfe. Sein Amt im Zentralrat werde er nicht ruhen lassen, teilte Joffe am Mittwoch mit.