Berlin - Die schwarz-rote Bundesregierung schlägt den 24. September als Termin für die Bundestagswahl vor. Das Kabinett beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch eine entsprechende Vorlage von Innenminister Thomas de Maizière (CDU). Formal trifft Bundespräsident Joachim Gauck die endgültige Entscheidung. Es wird davon ausgegangen, dass er den Vorschlag annimmt.

Auch fast alle der 16 Bundesländer plädieren für den letzten Sonntag im September als Termin der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass der Wahltermin nicht in eine Ferienzeit fällt.

Nur Berlin hatte Bedenken

Einzig das Land Berlin hatte Bedenken gegen den 24. September angemeldet, weil an dem Sonntag auch der Berliner Marathon geplant ist, für den ein großer Teil der Innenstadt gesperrt wird. Wie der Sprecher des Marathon-Veranstalters SCC, Thomas Steffens, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte, hätten sich Veranstalter, Berliner Innenverwaltung und andere Beteiligte bereits dazu verständigt, dass der Marathon wie geplant stattfinden sollte. „Wir haben noch neun Monate Zeit zur Vorbereitung und sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden“, fügte Steffen hinzu.

Zu der Veranstaltung kommen auch tausende Gäste aus dem Ausland. Oftmals sind Hotels und Flüge bereits im Januar gebucht. Mehrere hunderttausende Zuschauer stehen an der Strecke. Die Laufstrecke führt bisher auch direkt am Kanzleramt vorbei.

Auch der Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD), Martin Pallgen äußerte sich zuversichtlich, dass der Marathon neben der Bundestagswahl stattfinden könnte: „Wir sehen eine Verschiebung des Berlin-Marathons als schwierig an“, sagte er der Deutschen Presseagentur. „Wir arbeiten deshalb an einer Lösung, beide Veranstaltungen an einem Tag zu realisieren.“ Bundestagswahl und Marathon an einem Tag zu organisieren sei „herausfordernd, aber aus unserer Sicht technisch machbar“.

Informationen für die Wähler

Berlin müsse vor allem die Erreichbarkeit der Wahllokale und die Sicherheit des internationalen Sportereignisses garantieren, sagte Pallgen. Das bedeute zum Beispiel, mehr Querungsmöglichkeiten der Marathon-Strecke als bisher zu schaffen. Das sei möglich, sagte der Sprecher. Außerdem müssten die Berliner Wähler schon auf den Wahlscheinen über den Marathon am selben Tag und über die Möglichkeiten, dennoch ihre Wahllokale sicher zu erreichen, informiert werden. Betroffen seien vom Streckenverlauf vor allem die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. (dpa)