Potsdam - Mehrere Waldbrände halten die Feuerwehren von Brandenburg und Berlin in Atem. Winde sorgen dafür, dass Brandgeruch aus dem Südwesten Brandenburgs nach Potsdam und in die Hauptstadt zieht. In den westlichen Bezirken müssen die Anwohner sich auf Rauch und Brandgeruch einstellen. Die Feuerwehr rät trotz der heißen Temperaturen Fenster und Türen geschlossen zu halten!

Waldbrand in Jüterbog ist nicht unter Kontrolle

Der Waldbrand in Jüterbog hat sich auf 600 Hektar ausgebreitet. „Die Lage ist nicht unter Kontrolle“, sagte Kathrin Burghardt von der Stadt Jüterbog am Dienstagmittag. Die Winde drehten ständig. Das erschwere die Arbeiten vor Ort. Eine Gefahr für die Anwohner bestehe derzeit nicht. Dennoch sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben.

Derzeit versuchen die Einsatzkräfte, den Flammen mit einem Löschhubschrauber der Bundespolizei Herr zu werden. „Wir können wie in jedem Jahr nicht alle Brandherde löschen, da erneut die munitionsbelasteten Flächen brennen“, teilte Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) mit.

Der Brand in Jüterbog war am Montag ausgebrochen. Auch in Hennickendorf (Landkreis Teltow-Fläming) brennt es seit Montag. Am Dienstag standen dort rund 60 Hektar Wald in Flammen. Der Brand sei jedoch unter Kontrolle, sagte Landkreissprecherin Heike Lehmann. 

Lieberoser Heide: Brand gelöscht

Das Feuer in der Lieberoser Heide bei Butzen (Landkreis Dahme-Spreewald) ist gelöscht. Am Dienstag hatte eine Waldfläche von etwa 1000 Quadratmeternn in Flammen gestanden. Das Feuer war nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Brandenburg gegen 10.30 Uhr ausgebrochen.

„Wir hatten Glück, dass Feuerwehrleute vor Ort waren und den Brand schnell entdeckt haben“, sagte der Leiter der Landeswaldoberförsterei Peitz, Claus-Rüdiger Seliger. 

Die Feuerwehr war am Vormittag mit 13 Fahrzeugen vor Ort. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz hatten im August vergangenen Jahres rund sieben Hektar Waldfläche gebrannt.

Wald bei Wolfslake brennt erneut - 3500 Quadratmeter

Der bereits gelöschte Brand in einem Waldstück von Wolfslake nordwestlich von Berlin hat sich am Dienstag erneut entzündet. Am Nachmittag standen 3500 Quadratmeter in Flammen, wie die Regionalleitstelle Nordwest der Feuerwehr auf Nachfrage bestätigte. „Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle“, wie eine Sprecherin sagte. Autofahrer auf der A10 auf dem westlichen Berliner Ring müssten wegen der Rauchentwicklung mit Sichtbehinderungen rechnen. Die Feuerwehr war mit 16 Fahrzeugen und rund 50 Einsatzkräften vor Ort, wie die Sprecherin weiter sagte.

Bereits am Montag hatte es in dem Waldstück im Landkreis Oberhavel gebrannt. Am Nachmittag musste auf der A10 in beide Richtungen der Abschnitt zwischen den Raststätten Falkensee und Havelland gesperrt werden. Die Feuerwehr konnte den Brand zunächst löschen. Bei Kontrollfahrten waren dann erneut Rauchschwaden entdeckt worden. (dpa) 

Auch in Berlin hat es gebrannt

Auch in Berlin hatte es am Montag in mehreren Wäldern gebrannt. Das größte Feuer gab es an der Havelchaussee im Berliner Grunewald, wo etwa vier Hektar gebrannt hatten. In der Nacht zu Dienstag waren alle Waldbrände in Berlin gelöscht, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt hatte angesichts der hohen Waldbrandgefahr auf das geltende Rauch- und Grillverbot im Wald und in dessen Nähe hingewiesen. Ausgetrocknete Waldböden mit Laub und Reisig würden leicht Feuer fangen, hieß es. Wer im Wald rauche, müsse mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen.

Höchste Temperaturen ganz Deutschlands gemessen

Unweit der Brandstellen in Brandenburg waren am Montag die höchsten Temperaturen ganz Deutschlands gemessen worden. 35,1 Grad hatte die Station im Niedergörsdorfer Ortsteil Langenlipsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) gemessen. Die Waldbrandgefahr dürfte in Berlin und Brandenburg weiterhin hoch blieben. Gewitter in der Nacht zu Dienstag brachten kaum Niederschläge. Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) rechneten am Dienstag mit größtenteils trockenem Wetter in Berlin und Brandenburg und Temperaturen von 30 Grad und mehr. Erst ab Donnerstag sei möglicherweise Entspannung in Sicht. (dpa)