Liebrose - In der Lieberoser Heide bleibt die Lage angespannt: Bei großer Hitze kämpfen die Einsatzkräfte auch am Mittwoch weiter gegen die Ausbreitung des Waldbrandes. Über Nacht habe sich das Feuer nicht weiter ausgedehnt und sei unter Kontrolle, sagte der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz, am Vormittag. „Alle sind erst einmal vorsichtig optimistisch“. Nach wie vor brenne es auf einer Fläche von etwa 100 Hektar. Die Gefahr sei der Wind, der im Laufe des Tages stärker werden soll.

Insgesamt sind 180 Einsatzkräfte mit 45 Fahrzeugen vor Ort. Hilfe kam am Mittwoch von den Feuerwehren aus den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Potsdam Mittelmark. Zudem unterstützen das Deutsche Rote Kreuz, der Katastrophenschutz und der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg die schwierigen Löscharbeiten. Das Gebiet ist teilweise mit Munition belasteten Gebiet.

Die Hitze macht den Rettungskräften zu schaffen

Wie am Vortag helfen zwei Löschhubschrauber der Bundespolizei den Feuerwehrleuten am Boden. Ein weiterer Erkundungshubschrauber der Polizei soll mit Wärmebildkameras aus der Luft das Gebiet nach neuen Brandherden absuchen. Positiv ist nach Angaben von Schulz, dass Wasser aus zwei Seen in der Nähe der Heide genutzt werden kann. Das Technische Hilfswerk habe ein Rohrsystem installiert. Damit verkürzten sich die Löschwege.

Die Herausforderung des Tages sei die Versorgung der Einsatzkräfte bei der Hitze mit genügend Wasser und Elektrolyten, damit sie durchhielten, sagte Schulz. Er habe sich am Morgen ein Bild vor Ort gemacht. „Es ist wirklich ein hartes Brot für die Einsatzkräfte und man möchte nicht tauschen.“ Durch die Trockenheit sei der Staub so dicht, dass die Feuerwehrleute auch Atemschutzmasken aufsetzten müssten.

Auch bei solchem Wetter gelten nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes natürlich die Arbeitsschutzvorschriften. Dazu gehörten Stiefel, spezielle Hosen und Jacken. „Bei Waldbränden ist das die elementare Funktionskleidung“, erklärte ein Sprecher. Die Kleidung besteht aus Spezialstoffen, die für hohe Temperaturen ausgelegt sind. Diese Stoffe könnten mehrere hundert Grad aushalten.

Einsatz in der Lieberoser Heide dauert vermutlich noch mehrere Tage

Das Brandenburger Innenministerium hat unterdessen das Koordinationszentrum Krisenmanagement aktiviert. „Sobald zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden, werden wir das in Potsdam koordinieren“, sagte Innenstaatssekretärin Katrin Lange.

Sie hatte sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht. „Wir richten uns darauf ein, dass der Einsatz in der Lieberoser Heide mindestens noch mehrere Tage, wenn nicht länger als eine Woche andauern wird“. Die Einsatzkräfte auch aus anderen Landkreisen seien bis zum kommenden Mittwoch durchgeplant.

Drehende Winde machen Rettern zu schaffen

Das Gebiet sei zum größten Teil richtiger Waldbestand und bestehe überwiegend aus Kiefern, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte des Landes Brandenburg, Raimund Engel. Die Leitzentrale in der Lausitz meldete eine Rauchbelästigung. Einwohner in umliegenden Ortschaften der Lieberoser Heide sollten Fenster und Türen geschlossen halten, hieß es. Auch die Leitstellen in Potsdam- Mittelmark und der Stadt Brandenburg hatten von einer Geruchsbelästigung gesprochen. Der Rauch sei durch den drehenden Wind auch Richtung Berlin gezogen, hieß es übereinstimmend.

In der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus hatte es bereits im Juli 2018 auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt, Anfang Juni 2019 dann erneut auf 1000 Quadratmetern.

Waldboden im Grunewald brennt

Ein kleinerer Brand bei Jüterbog hat sich nach Angaben der Feuerwehrleitstelle nicht weiter ausgebreitet. Man fahre nur noch zur „Feuerwache“ hin und kontrolliere die Flächen. Einsatzkräfte seien nicht mehr vor Ort. Vor etwa zwei Wochen brannten dort beim größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz zeitweise 744 Hektar.

Auch im Berliner Grunewald brennt nach Informationen der Berliner Zeitung nahe dem Teufelsberg etwa ein 15 Hektar großes Waldboden-Areal. Zunächst hatte die Feuerwehr von einem ein Hektar großen Brand gesprochen, später auf Twitter berichtet, das Feuer habe sich ausgeweitet. (dpa/Red.)