Baruth/Mark/Berlin - Das sonnige Osterwetter lässt die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigen. In vier Landkreisen in Südbrandenburg - Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße - sowie in der Stadt Cottbus galt am Samstag die höchste Gefahrenstufe fünf. Das ging aus einer Auflistung des Umweltministeriums im Internet hervor. In fast allen übrigen Kreisen und Städten wurde die zweithöchste Gefahrenstufe ausgerufen, nur in der Uckermark war es die Stufe drei. Bei Stufe fünf herrscht sehr hohe Gefahr. Ab Stufe vier kann die untere Forstbehörde den Wald sperren, wenn das notwendig ist.

Ein Brand in einem Waldstück im Süden Brandenburgs löste einen größeren Feuerwehreinsatz aus. Ein Hektar Wald habe in der Nähe des Ortsteils Dornswalde der Stadt Baruth/Mark gebrannt, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel.

Das Feuer sei unter Kontrolle. Mindestens 16 Fahrzeuge sollen im Einsatz gewesen sein. In dem Gelände unweit der Autobahn 13 an der Grenze der Kreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming besteht der Verdacht, dass dort noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegt.

Nicht weit davon gab es in Birkholz bei Münchehofe im Kreis Dahme-Spreewald einen Brand, berichtete die Leitstelle Lausitz. In Kienbaum bei Grünheide (Kreis Oder-Spree) flammte der Leitstelle Oderland zufolge ein Brand erneut auf. Alle Feuer wurden gelöscht.

Viele Kiefernwälder, wenig Niederschlag und leichte Sandböden

In diesem Jahr gab es nach Engels Angaben im Land bisher über 20 Waldbrände. In den vergangenen Tagen hatte es an mehreren Stellen kleinere Feuer in Brandenburgs Wäldern gegeben. Brandenburg ist nach Angaben des Landesforstbetriebs wegen vieler Kiefernwälder, wenig Niederschlag und leichten Sandböden in Deutschland das Land mit der höchsten Waldbrandgefahr.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert den Höhepunkt der Gefahr für Waldbrände in Brandenburg für kommenden Dienstag. Dann soll in fast allen Regionen die höchste Gefahrenstufe gelten - nur in Grünow in der Uckermark erwarten die Wetterforscher die mittlere Gefahrenstufe 3. Sie listen die Gefahr anhand lokaler Stationen auf.

Für Dienstag sagte der DWD weiter trockenes Wetter mit Höchstwerten bis 22 Grad voraus. Für Mittwoch gehen die Experten davon aus, dass die Waldbrandgefahr in fast allen Regionen Brandenburgs noch bei der zweithöchsten Stufe vier liegt.

Wegen der gefährlichen Situation wurden zahlreiche Osterfeuer abgesagt. Die Entscheidung dafür liegt bei den Kommunen. So sollte es zum Beispiel in Potsdam, Neuruppin, Fürstenberg/Havel, Lychen, Lübben, Bad Liebenwerda und Herzberg keine Osterfeuer geben. In Cottbus sollten die bereits genehmigten Veranstaltungen unter Auflagen stattfinden.

Versuche mit Eichen aus dem Balkan und aus Georgien

Die Waldeigentümer warnen davor, dass immer mehr Waldflächen vertrocknen. Sie hatten am vergangenen Donnerstag Nothilfen vom Bund in Höhe von 500 Millionen Euro gefordert, um gegen Dürreschäden vorzugehen.

Der Verband schlägt unter anderem eine Aufforstung mit Bäumen vor, die mit dem veränderten Klima besser klarkommen. Der Sprecher des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde, Jan Engel, sagte, es gebe bereits Versuche mit Eichen aus dem Balkan und aus Georgien. Die „Märkische Allgemeine” aus Potsdam hatte in ihrer Samstagsausgabe über die Forderungen der Waldeigentümer berichtet.

Warnhinweise der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr warnt angesichts des trockenen und warmen Wetters vor möglichen Waldbränden. Die Menschen sollten „in jedem Fall vorsichtig sein“, sagte ein Sprecher am Karsamstag. Nach Angaben der Feuerwehr gab es während der Osterfeiertage zunächst keine Waldbrände in Berlin. Am Karfreitag hatte ein Wiesenstück in Gatow gebrannt. In Teilen der Stadt galt laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besonders hohe Waldbrandgefahr.

Auf Twitter gab die Feuerwehr am Samstag Tipps: Wer ein Feuer entzünde, solle auf einen feuerfesten Untergrund achten. Zudem solle das Feuer nicht mehr Fläche einnehmen als einen Quadratmeter, außerdem müsse es ständig beaufsichtigt werden. Zu Wäldern sei ein Abstand von mindestens 100 Metern einzuhalten. Auch zu Holzhäusern oder Häusern mit Schilf- und Reetdächern empfahlen die Experten 50 Meter Mindestabstand.

Waldstück Kaniswall im Südosten von Treptow-Köpenick

Für Feuer auf privaten Grundstücken dürfe nur unbehandeltes trockenes Holz verwendet werden, hieß es. Das Verbrennen von Laub sei unzulässig. Und in der Nähe des Feuers sollten ausreichend Löschmittel bereitgehalten werden, zum Beispiel ein Eimer mit Wasser, Wasserschläuche oder Feuerlöscher. Sollten Nachbarn durch die Rauchentwicklung gestört werden, sei das Feuer zu löschen. Die Feuerwehr wies außerdem darauf hin, dass jeder, der ein Lagerfeuer entzünde, für die Folgen eines eventuellen Brandschadens verantwortlich sei.

In dem Waldstück Kaniswall im Südosten von Treptow-Köpenick galt am Karsamstag die höchste Gefahrenstufe. Im Bereich der Wettermessstationen Buch und Marzahn herrschte laut DWD Gefahrenstufe vier von fünf. Am Montag und Dienstag soll die Gefahr auch dort auf die höchste Warnstufe steigen. In den übrigen Regionen galt zunächst die mittlere Gefahrenstufe drei. (dpa)