Berlin - Nach 15 Jahren ist Schluss: Das friedliche Fest in der Walpurgisnacht am 30. April im Mauerpark wird es in diesem Jahr nicht mehr geben, teilen die Organisatoren vom Verein Freunde des Mauerparks mit. „Aus Angst vor möglichen Beschwerden von Anwohnern wurden durch die Polizei hohe Auflagen und starke Einschränkungen für das Fest angekündigt“, heißt es in einer Erklärung.

So soll die Polizei ein Lagerfeuer, das bisher an diesem Abend im Mauerpark entzündet werden durfte, nicht mehr erlaubt haben. Auch auf Musik sollten die Veranstalter dieses Jahr verzichten. Ein Fest ohne Musik sei aber „kein tragender Ansatz für eine kreative und friedvolle Walpurgisnacht“, schreiben die Organisatoren. Das Fest sei von der „Anti-Lärm-Anwohner-Initiative“ zu Fall gebracht worden. Seit mehreren Monaten beschweren sich Anwohner über Musiker und Karaoke am Wochenende im Mauerpark.

Walpurgisnacht im Mauerpark sollte Randale am Vorabend des 1. Mai beenden

Schuld an der Absage trage aber auch das Bezirksamt Pankow, sagen Mitglieder des Gruppe. Sie hätten keine Unterstützung mehr vom Bezirk bekommen. Bisher hat die Behörde das Holz für das Lagerfeuer gespendet, viele Jahre besuchten der Bezirksbürgermeister, Verordnete und die Polizeiführung das Fest.

Denn mit der Walpurgisnacht sollten Randale am Vorabend des 1. Mai in Prenzlauer Berg beendet werden. Deshalb wurde der Park in der Walpurgisnacht mit Zäunen abgesperrt und mit Flutlicht erhellt. Die Polizei verbot Glasflaschen und Alkohol, duldete Musik und Feuer bis nach Mitternacht. Es blieb tatsächlich ruhig.

Wie sich die Situation im Mauerpark nun ohne das selbst organisierte Fest entwickeln werde, „bleibt den Launen des Schicksals überlassen“, teilen die Organisatoren mit. „Es klingt wie ein schlechter Scherz: Ein durch Anwohner vor 15 Jahren initiiertes und etabliertes Fest wird von Anwohnern gestoppt“, sagt der Vorsitzende des Vereins Freunde des Mauerparks, Alexander Puell. „Entsteht wieder Gewalt, haben die Beschwerdeführer ihren Nachbarn einen Bärendienst erwiesen.“