Eine Woche, nachdem an der Kreuzberger Cuvrybrache zwei der berühmtesten Graffiti Berlins übermalt wurden, hat sich der Kulturwissenschaftler und Künstler Lutz Henke zu der Aktion bekannt.

Auf der Website des britischen Guardians veröffentlichte Henke am Freitag einen Essay zu seinen Beweggründen: „Sieben Jahre nachdem die monumentalen Wandbilder entstanden sind, hatten wir das Gefühl, es ist an der Zeit, dass sie zusammen mit der verblassenden Ära Berlins, die sie repräsentiert haben, verschwinden“, schreibt er.

Henke ist selbst zusammen mit dem italienischen Street-Art-Künstler Blu Urheber eines der Wandbilder. Bereits am Tag nach der Übermalaktion hatte Blu auf seinem Blog sein Einverständnis öffentlich gemacht. Henke, 33, war Stipendiat am Institut für Raumexperimente von Olafur Eliasson und hat den Ausstellungsraum Senatsreservenspeicher gegenüber der Wandbilder bis zu dessen Abriss im Sommer geleitet.

In den vergangenen Jahren, so Henke, habe sich die Stadt zwar mit den Bildern geschmückt, es gleichzeitig aber versäumte, kreative Orte vor Gentrifizierungsprozessen zu schützen. Die Aktion soll nun eine Erinnerung sein „an die Notwendigkeit, erschwinglichen Wohnraum und lebendige Orte in der Stadt zu erhalten“.