Berlin - Vor einem Jahr sind weltweit Millionen von Menschen unter dem Motto „Black Lives Matter“ auf die Straßen gegangen. Die Ermordung des US-Amerikaners George Floyd durch einen Polizisten vor laufender Kamera hat auch in Deutschland eine Debatte über Rassismus ausgelöst. In Berlin versammelten sich am 6. Juni 2020 auf dem Alexanderplatz mindestens 15.000 Menschen für stilles Gedenken und lauten Protest. Am Freitag findet wieder eine Black-Lives-Matter-Demonstration in Berlin statt, wie in jedem Jahr seit 2016. Diesmal werden aber weit weniger Teilnehmende erwartet.

2500 Menschen sind angemeldet, der Sprecher von Black Lives Matter Berlin hofft auf mehr. Allerdings habe die Bewegung wenig Zulauf bekommen. Obwohl im vergangenen Jahr so viele auf der Demo in Berlin waren. Doch der Kern, der sich politisch engagiert, das seien immer noch dieselben Menschen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir jetzt plötzlich mehr sind“, sagt der Sprecher, der seinen Namen nicht nennen will, da die gesamte Bewegung das so handhabe. Es kommen Schwarze Menschen dazu, die sich in der Zwischenzeit politisiert haben, unter anderem wegen George Floyd, es seien aber unwesentlich mehr als in den Jahren davor. Auch die Zahl der weißen Unterstützer:innen stieg nicht merklich. „Es darf keine einmalige Sensation aus 2020 bleiben. Die Menschen müssen verstehen, wie lange wir schon auf die Straße gehen. Und dass wir es weiter tun, solange es keine grundlegenden Änderungen gibt und Unterstützung nur ein kurzer Zeitausschnitt im Leben von privilegierten Menschen ist“, so der Sprecher.

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