Eine Verdi-Fahne weht bei einem Streik von Beschäftigten der Berliner Charite vor dem Bettenhochhaus.
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Berlin In den großen Berliner Kliniken Charité und Vivantes hat am Montag ein zweitägiger Warnstreik von Pflegekräften und anderen Mitarbeitern begonnen. Kurz vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen will die Gewerkschaft Verdi so noch einmal Druck auf die Arbeitgeber ausüben.

Zunächst sei die Beteiligung an dem Ausstand jedoch eher verhalten gewesen, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Marco Pavlik der Deutschen Presse-Agentur. Grund: Mit der Klinikleitung sei keine Notdienstvereinbarung zustande gekommen, was ärgerlich sei. Die Beschäftigten müssten daher abwägen, ob sie zu ihren Patienten kämen oder von ihrem Streikrecht Gebrauch machten.

Eine Charité-Sprecherin sagte, die Klinik habe vorsorglich geplante Operationen an beiden Tagen campusübergreifend abgesagt. So könne die Zahl der stationär behandelten Patientinnen und Patienten verringert werden, um Mitarbeitern Gelegenheit zur Ausübung des Streikrechts zu geben.

„Operationen bei Kindern, dringliche onkologische Eingriffe und natürlich Notoperationen sind ausgenommen und werden durchgeführt“, unterstrich die Sprecherin. „Es kommt zwar zu längeren Wartezeiten insbesondere im ambulanten Bereich, aber alle medizinisch notwendigen und dringlichen Eingriffe können uneingeschränkt durchgeführt werden.“

Für Dienstag ruft Verdi auch Beschäftigte der Berliner Stadtreinigung (BSR) zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Voraussichtlich bleiben deshalb alle Recyclinghöfe geschlossen, betroffen sind auch Müllabfuhr und Straßenreinigung.

Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit des neuen Tarifvertrages ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten.

Die dritte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag in Potsdam angesetzt. In den vergangenen Wochen hatte es wegen des Tarifkonflikts in Berlin immer wieder Warnstreiks gegeben, etwa bei der BVG, der BSR oder in den kommunalen Kliniken.